Autohersteller

Opel kommt nicht aus den roten Zahlen

General Motors rechnet nicht mehr damit, dass die Töchter Opel und Vauxhall 2011 noch einen Gewinn erwirtschaften. Schuld sei die aufziehende Wirtschaftskrise in Europa.

Der Konjunkturabschwung in Europa hinterlässt Spuren in der Bilanz der Opel-Mutter General Motors. Der größte US-Autobauer nahm sein Ziel Zurück, in Europa auf bereinigter operativer Basis im Gesamtjahr die Verlustzone hinter sich zu lassen.

Dies sei wegen der wirtschaftlichen Lage dort nicht zu schaffen, räumte der Konzern ein. Im dritten Quartal gab es wieder rote Zahlen bei Opel, obwohl mehr Fahrzeuge verkauft wurden als ein Jahr zuvor. 292 Millionen Dollar (213,8 Millionen Euro) operativen Verlust (Ebit) verbuchte GM nach Angaben vom Mittwoch für sein Europageschäft mit den Hauptmarken Opel und Vauxhall.

Netto wies die Konzern-Mutter GM für das dritte Quartal einen Gewinnrückgang um 15 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar aus. Experten hatten allerdings noch größere Einbußen befürchtet. Der Umsatz kletterte dagegen binnen Jahresfrist um knapp acht Prozent auf 36,7 Milliarden Dollar. Der Markt zeigte sich enttäuscht. Die Aktie verlor vorbörslich mehr als vier Prozent.

"GM hat ein solides Quartal abgeliefert", sagte Konzernchef Dan Akerson. "Aber solide ist nicht gut genug. Auch nicht in einem harten wirtschaftlichen Umfeld." Vor allem bei der Marge, die binnen Jahresfrist auf sechs von zuvor 6,7 Prozent zurückgegangen war, gebe es Verbesserungsbedarf.

Erst vor zwei Tagen hatte GM seinem Europa-Geschäft mit den Schwestermarken Opel und Vauxhall mehr Gewicht eingeräumt. Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke steigt im Mutterkonzern auf und wird zum 1. Januar Nachfolge von Nick Reilly als Präsident von GM Europe.

GM hat im Laufe der vergangen Jahrzehnte mehrfach Sanierungsversuche bei Opel unternommen. Auch ein Verkauf des Traditionskonzerns stand schon auf der Agenda. Dank neuer Modelle ging es Opel zwischenzeitlich zwar besser. Die Verbraucher sind wegen der Schuldenkrise jedoch verunsichert und halten sich gerade bei größeren Anschaffungen inzwischen zurück.

GM musste in der Finanz- und Wirtschaftskrise von der US-Regierung mit einem 52 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Nach einer Blitzinsolvenz kehrte das Unternehmen an die Börse zurück. Das amerikanische Finanzministerium hält noch 32 Prozent des Stammkapitals.

GM Zustimmung zur Saab-Sanierung noch offen

Trotz Widerstands des ehemaligen Mutterkonzerns General Motors kann die Sanierung des schwer angeschlagenen Autobauers Saab weitergeführt werden. Solange der schwedische Konzern noch über Finanzmittel verfüge, könne die "freiwillige Rekonstruktion" fortgesetzt werden, sagte Zwangsverwalter Guy Lofalk.

Der US-Konzern General Motors hatte Anfang der Woche angekündigt, bestehende Technologie-Lizenzen nicht verlängern zu wollen, sollten sich die Besitzverhältnisse bei Saab wie geplant ändern. Die Amerikaner wollen verhindern, dass ihre Technik in die Hände der aufstrebenden chinesischen Konkurrenz fällt, die Saab retten will.

Der Widerstand aus Detroit ist ein schwerer Schlag in dem Bemühen, Saab vor dem Untergang zu bewahren. Der Autohersteller Youngman und das Großhandelsunternehmen Pang Da aus China hatten eine Absichtserklärung für den Kauf der schwedischen Traditionsmarke unterzeichnet und wollen Millionen investieren.