Aussenhandel

Deutsche Exporteure halten den Euro für überschätzt

In der europäischen Währungskrise betont der Präsident des Deutschen Außenhandelsverbandes: "Wir können auch ohne Euro leben".

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Der Wert der gemeinsamen europäischen Währung für Deutschland wird nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Außenhandelsverbandes, Anton Börner, überschätzt. „Wichtig für uns ist der freie Markt, wir brauchen nicht zwingend die gleiche Währung“, sagte der Verbandspräsident in Berlin.

„Wir können ohne den Euro leben.“ Sollte die Währungsunion auseinanderbrechen, würde Deutschland sich wahrscheinlich mit anderen europäischen Ländern mit ähnlichen Strukturen zusammentun, etwa Österreich, Finnland, die Niederlande und Dänemark, sagte Börner, der zugleich versicherte, er wünsche sich ein solches Ende des Euro nicht.

Befürworter des Euro argumentieren immer wieder, die deutsche Wirtschaft würde unter der Wiedereinführung der D-Mark oder einem Nord-Euro leiden: Da diese Währungen vermutlich stark an Wert gewinnen würden, wären deutsche Exportwaren auf dem Weltmarkt sehr teuer.

Börner appellierte an die Politik, die Schuldenkrisen in Europa und in den USA schnell zu überwinden: „Wir brauchen ganz dringend Ruhe auf dem Kapitalmarkt.“ Dies sei „lebenswichtig“. Deutschland als Exportnation sei darauf angewiesen, dass die Weltwirtschaft wachse, mahnte der BGA-Präsident.

Der BGA hatte am Dienstag zur Exportstatistik für September erklärt, der deutsche Außenhandel zeige noch keinerlei Spuren einer Eintrübung . „Gesunde Geschäfte“ stünden aber den „Unwägbarkeiten der Finanzmärkte“ gegenüber.

Die Politik sei gefragt, das Vertrauen auf den Finanzmärkten wieder herzustellen. Im Dialog mit wichtigen Rohstoffländern wie Russland, China und Brasilien gelte es, einen besseren Marktzugang zu gewährleisten.