Griechenland

Ackermann nennt Umschuldung "Büchse der Pandora"

Deutsche-Bank-Chef Ackermann sieht Griechenlands Schuldenschnitt als riskanten Präzedenzfall an. Er müsse eine Ausnahme bleiben.

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Mit dem 50-prozentigen Schuldenschnitt für griechische Staatsanleihen könnte nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank , Josef Ackermann, ein riskanter Präzedenzfall für Banken und andere Anleiheinvestoren geschaffen werden. „Wenn man die Büchse der Pandora öffnet, wer will dann noch in Staatsanleihen investieren?“, sagte er der „Financial Times“.

Der Missbrauch einer „risikolosen“ Anlageklasse wie Staatsanleihen werde langfristige Konsequenzen haben. Daher müsse der Schuldenschnitt für griechische Schuldtitel eine Ausnahme bleiben. Ackermann zeigte sich zudem nicht überzeugt, dass neue Vorschriften für das Eigenkapital bei Banken das Vertrauen von Investoren festigen würden.

Die Kapitalquoten seien zwar ein wichtiges Element. Wenn es aber eine Schuldenkrise in Europa gebe, gehe damit ein systemisches Risiko einher, das weit über die Frage von mehr Eigenkapital hinausgehe. „Ein Prozentpunkt mehr oder weniger Eigenkapital ist nicht wirklich der entscheidende Faktor“, sagte Ackermann.