Krisen-Anleihen

Diese Fonds könnten die Euro-Zone retten

Die EU will ausländische Investoren für den Euro-Hilfsfonds begeistern. Die reichsten Geldgeber kommen aus China und arabischen Ländern.

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Die Euro-Retter sind auf Werbetour : Sie wollen mit Anreizen und zusätzlichen Absicherungen ausländische Investoren für Anleihen kriselnder Euro-Länder gewinnen. Mit dieser Art „Hebel“ soll die Schlagkraft des Euro-Rettungsschirms EFSF erhöht werden – auf ein mögliches Hilfsvolumen von etwa einer Billion Euro.

Als potenzielle Geldgeber werden auch vermögende Staatsfonds (englisch: Sovereign Wealth Funds/SWF) angesprochen. Diese kommen überwiegend aus reichen Schwellenländer Asiens (40 Prozent) sowie dem arabischen Raum (37 Prozent). Sie legen das Kapital – oft sind es Einnahmen aus Öl- und Gas-Geschäften oder aus satten Export-Devisenüberschüssen – im Auftrag des Staates an.

Nach einer Übersicht des Instituts für Staatsfonds SWFI verwalteten die staatlichen Investmentprofis im September 2011 weltweit insgesamt mehr als 4,7 Billionen US-Dollar (aktuell rund 3,4 Billionen Euro). Das entspricht fast der Hälfte der globalen Währungsreserven.

Ob ausländische Kapitalgeber jedoch tatsächlich Milliarden in den Euro-Rettungsschirm investieren, machen viele von ihnen davon abhängig, ob sich die Schuldensünder Griechenland und Italien auf überzeugende Sparprogramme verpflichten können.

In Brüssel verhandeln die Finanzminister derzeit über die künftige Ausgestaltung des EFSF. Denn dem Rettungsfonds, der eigentlich dazu da sein soll, Euro-Problemländern mit Refinanzierungsproblemen Hilfsgelder zur Verfügung zu stellen, fällt es derzeit noch schwer, bei Investoren Geld einzuwerben. Vergangene Woche musste die Europäische Finanzmarktstabilisierungsfazilität, wie der Fonds offiziell heißt, eine geplante Emission platzen lassen. Diese Woche wurde sie zwar nachgeholt. Doch der Zins, mit dem die Euro-Retter nun locken mussten, war Marktkreisen zufolge beunruhigend hoch.

Dem Vernehmen nach lag die Rendite des 10-jährigen EFSF-Papiers bei 3,6 Prozent – doppelt so viel, wie die Bundesrepublik Deutschland bieten muss . Bis zur Fälligkeit im Februar 2022 fallen so mehr als eine halbe Milliarde Euro Mehrausgaben an.