Jean-Claude Juncker

"Euro-Gruppe auf Ausstieg Griechenlands vorbereitet"

Die Informationspolitik Papandreous hat Euro-Gruppen-Chef Juncker sehr verärgert. Er will Griechenland "nicht um jeden Preis" in der Euro-Zone halten.

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Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat das Vorgehen des griechischen Premiers , Giorgos Papandreou, bei seinem Referendum-Plan stark kritisiert. „Wir haben ihn, ohne ihm einen wirklichen Vorwurf zu machen, darauf hingewiesen, dass sein Benehmen illoyal ist“, sagte Juncker im ZDF-„Morgenmagazin“ über ein Euro-Spitzentreffen vor dem G-20-Gipfel in Cannes.

„Die Euro-Gruppe wäre gerne bereits beim vergangenen EU-Gipfel über das Referendum-Vorhaben informiert worden“, sagte Juncker. Das habe zu erheblichen Verstimmungen an den Finanzmärkten und in europäischen Regierungskreisen geführt.

Papandreou hatte wenige Tage nach dem Gipfel einen Volksentscheid über die Rettung seines Landes angekündigt. Bei dem Treffen am Mittwochabend habe man Papandreou zudem erklärt, dass die substanzielle Frage der Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone sei. „Er hat das akzeptiert“, sagte Juncker. Wie auch immer die Volksabstimmung formuliert werde, Griechenland hätte sich am 4. Dezember mit der Frage „Ja oder Nein zur Euro-Zone“ zu beschäftigen. „Wir hätten gerne, dass Griechenland Mitglied bleibt, aber nicht zu jedem Preis“, betonte Juncker. Athen müsse sich auch an seine Verpflichtungen halten.

Die Frage nach dem Euro-Zonen-Verbleib sei entscheidend für „ein vollumfängliches zweites Griechenland-Programm“, so Juncker. „Wir können nicht permanent in Sachen Griechenland Achterbahn fahren, wir müssen wissen, wo es lang geht“. Der mögliche Euro-Ausstieg Griechenlands sei kein „Lieblingsszenario“, man sei aber für den Fall „absolut vorbereitet“, sagte Juncker.