Online-Poker

Full Tilt Poker – US-Spieler bekommen Geld zurück

Die seit Monaten gesperrten Konten des Online-Portals Full Tilt Poker sollen bald wieder zugänglich sein. Dafür sorgt ausgerechnet der windige Unternehmer Bernard Tapie.

Foto: picture alliance / dpa/dpaweb / picture alliance / dpa/dpaweb/dpa

Der 15. April 2011 war als " Black Friday " in die Poker-Geschichte eingegangen. An jenem Tag schloss das FBI die drei größten Online-Poker-Portale der USA: Poker Stars, Absolute Poker und Full Tilt Poker. Vorgeworfen wurde den Anbietern unter anderem Geldwäsche, illegales Glücksspiel und Bankbetrug. Für Nutzer von Full Tilt Poker kam es besonders dick. Ihre Konten wurden eingefroren. Erst in den USA, dann weltweit. Kurzzeitig sah es so als, als würden die Spieler ihr Geld (insgesamt mehrere Hundert Millionen Dollar) nie wieder sehen.

Doch jetzt gibt es Hoffnung. Wie die Seite "Subject Poker" berichtet, hat sich das US-Justizministerium mit der Groupe Bernard Tapie hinsichtlich einer möglichen Übernahme geeinigt. Diese beinhaltet auch, dass Full-Tilt-Spieler ihr Geld tatsächlich bald wiederbekommen.

In einer E-Mail an die Aktionäre schreibt Full-Tilt-CEO und -Gründer Raymond Bitar unter anderem: "Das US-Justizministerium wird die US-Spieler auszahlen und den laufenden Rechtsstreit mit Full Tilt beilegen, wenn die Groupe Bernard Tapie im Gegenzug einer vereinbarten Zahlung nachkommt und die Verantwortung für die Auszahlung der Nicht-US-Spieler übernimmt." (vollständige Übersetzung bei hochgepokert.com )

Mit anderen Worten: Die US-Spieler bekommen ihr Geld demnächst, die Nicht-US-Spieler um einiges später – wenn die Aktionäre einer endgültigen Übernahme zustimmen. Einen genauen Zeitplan nennt Bitar in seinem Schreiben nicht.

Die Groupe Bernard Tapie ist übrigens eine Beteiligungsgesellschaft des gleichnamigen Unternehmers. Tapie sorgte Anfang der 90er-Jahre vor allem als Aktionär und Präsident des französischen Fußball-Klubs Olympique Marseille für Aufsehen, mit dem er 1993 die Champions League gewann (u.a. mit Rudi Völler). Dem folgte allerdings ein tiefer Fall. 1994 musste Tapie seine Insolvenz erklären. 1997 wurde er wegen Insolvenzvergehen, Unterschlagung und Bestechung zu acht Monaten Haft verurteilt, von denen er sechs Monate absaß.