EFSF-Anleihen

Japan will Euro-Rettung weiter unterstützen

Japan hat zum dritten Mal in diesem Jahr am Devisenmarkt interveniert, um den jüngsten Höhenflug des Yen zu bremsen und die Finanzmärkte zu beruhigen. Gleichzeitig verkündet die japanische Regierung, weiter in den Euro-Rettungsfonds investieren zu wollen.

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Japan will auch künftig in den Euro-Rettungsfonds investieren. „Die japanische Regierung wird weiter Anleihen des EFSF, die wir ausgegeben haben, kaufen“, sagte der Chef des europäischen Rettungsschirms (EFSF), Klaus Regling, am Montag in Tokio, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Regling war in der japanischen Hauptstadt mit Vize-Finanzminister Takehiko Nakao zusammengetroffen. Bisher hat Japan etwa 20 Prozent der Schulden aus dem Rettungsfonds gekauft.

Auf die Frage, ob Nakao ihm direkt zugesagt habe, dass Tokio auch weiter investieren werde, sagte Regling nach Angaben von Kyodo: „So wie in den vergangenen zehn Monaten.“ Regling hatte zuvor auch in China um Milliardeninvestitionen geworben. Beide asiatischen Staaten haben mit die größten Devisenreserven der Welt.

Aus Furcht vor möglichen Fallstricken bei den Gipfel-Beschlüssen zur Bekämpfung der europäischen Schuldenkrise nutzten einige Aktienanleger am Montag die Gelegenheit zu Gewinnmitnahmen. „Es ist schließlich nicht alles Gold was glänzt“, brachte ein Börsianer die Stimmung auf den Punkt. Für zusätzlichen Verkaufsdruck sorge die Intervention der japanischen Notenbank, die auch den Euro auf Talfahrt schickte.

Starker Yen macht Japan zu schaffen

Er gehe davon aus, dass in den kommenden Tagen einige Haare in der Suppe der Euro-Rettungspläne gefunden würden, sagte Marktstratege Stan Shamu von IG Markets. „Die mäßige Nachfrage bei der italienischen Anleihe-Emission am Freitag ist ein Zeichen für die Zweifel der Investoren, dass die Krise wirklich eingedämmt werden kann“, fügte er hinzu. Italien hatte seine Bonds nur mit rekordhohen Zinsen bei Investoren platzieren können.

Dax und EuroStoxx50 gaben am Montag jeweils mehr als 1,5 Prozent auf 6244 beziehungsweise 2415 Punkte nach. Im Gegenzug schossen die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx , die die Nervosität der Anleger messen, um jeweils etwa acht Prozent in die Höhe. Nach der Rally der vergangenen Wochen sei der Markt reif für eine Korrektur, betonte Colin Bradbury leitender Finanzmarktstratege bei Daiwa Capital Markets.

Finanzminister Jun Azumi gab die Intervention am Montag bekannt, wollte sich aber nicht zum Volumen äußern. Man habe Yen verkauft und Dollar erworben. Zuvor war der Greenback im ozeanischen Handel auf 75,32 Yen und damit auf den tiefsten Stand der Nachkriegszeit gestürzt. In Folge des Eingreifens der japanischen Währungshüter stieg der Dollar im Tokioter Morgenhandel auf über 78 Yen. Japan werde solange intervenieren, bis man „zufrieden“ sei, sagte Azumi. Japans Exportwirtschaft leidet seit längerem unter der Yen-Stärke.

Mit der dritten Intervention des Jahres verhalf die Bank von Japan (BoJ) dem Dollar zum größten Kursplus seit den Turbulenzen rund um die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Parallel dazu legte die US-Valuta auch zum Euro deutlich zu. Mit 1,40 Dollar kostete die europäische Gemeinschaftswährung rund 1,5 US-Cent weniger als noch im späten US-Geschäft am Freitag.

Panasonic rechnet mit Riesenverlust

Darüber hinaus trübe die bislang eher durchwachsen ausgefallene Bilanzsaison die Stimmung ein, sagte ein Händler. Außerdem befürchteten zahlreiche Investoren eine weitere Abkühlung der Weltwirtschaft. Betroffen von der schlechten Entwicklung der Märkte ist unter anderem der japanische Elektronik-Riese Panasonic.

Der Hersteller von Fernsehern, Kameras und Office-Ausrüstung prognostizierte am Montag ein Minus von 420 Milliarden Yen (rund 3,9 Mrd Euro) für das Ende März auslaufende Jahr. Grund seien die schwache Nachfrage in entwickelten Märkten wie Europa und die USA, ein Preiskampf bei Flachbild-Fernsehern sowie den starken Yen.

Ursprünglich hatte Panasonic noch einen Jahresgewinn von 30 Milliarden Yen (rund 278 Mio Euro). In dem Ende September abgeschlossenen ersten Geschäftshalbjahr gab es bereits einen Verlust von 106 Milliarden Yen (988 Mio Euro) nach einem Gewinn von 31 Milliarden Yen ein Jahr zuvor. Der Umsatz sank um acht Prozent auf gut vier Billionen Yen (37,2 Mrd Euro).

Unter anderem musste Panasonic die Jahresprognose für den Absatz seiner Fernseher von 25 auf 19 Millionen Geräte kappen. Der Konzern kündigte bereits den Abbau von rund 17 000 Arbeitsplätzen an und will sich stärker auf das Geschäft mit erneuerbaren Energien konzentrieren.