Versicherungen

Münchener Rück will Griechen Schulden erlassen

Der Rückversicherer ist bereit, auf einen großen Teil der Forderungen gegenüber Griechenland zu verzichten. Damit soll eine höhere Inflation vermieden werden.

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Eine gute Nachricht für Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou. Die Münchener Rück ist bereit, auf einen Großteil ihrer Forderungen gegenüber Griechenland zu verzichten, um das schuldengeplagte Land zu retten.

Ein starker Schuldenschnitt sei ein realistischer Weg zur Lösung der gegenwärtigen Krise in der Euro-Zone, sagte Ludger Arnoldussen, Vorstand beim weltgrößten Rückversicherer, beim Branchentreffen in Baden-Baden. Nötig sei eine Lösung, die auch halte und nicht auf Kosten von Inflation gehe.

Der Dax-Konzern hatte zuletzt bereits angedeutet, dass die griechischen Staatsanleihen im Portfolio auch im dritten Quartal 2011 wieder zu Abschreibungen geführt hätten. Details sollen Anfang November veröffentlicht werden.

Das Niveau aus dem zweiten Quartal werde allerdings nicht wieder erreicht, hieß es. Von April bis Juni hatten sich die Wertberichtigungen auf 703 Millionen Euro summiert, wovon ergebniswirksam 125 Millionen hängen blieben und den Überschuss drückten.

Politik will bis Mittwoch entscheiden

Bis Mittwoch soll der Weg aus der Euro-Krise stehen . Der Rettungsplan für Griechenland wird dabei einen hohen Forderungsverzicht privater Gläubiger beinhalten. Zudem wird er verstärkte Einsatzmöglichkeiten des Rettungsfonds EFSF und Vereinbarungen zu noch engerer Abstimmung in der Wirtschaftspolitik umfassen.

Diplomaten zufolge werden zudem die 60 größten Banken Europas verpflichtet, ihr Eigenkapital um gut 100 Milliarden Euro zu erhöhen, damit diese einen stärkeren Schuldenschnitt für Griechenland überstehen können.

Münchener-Rück-Vorstand Arnoldussen sagte, es sei Aufgabe der Politik, für Stabilität an den Finanzmärkten zu sorgen. „Es geht darum, die Finanzmärkte besser zu regulieren.“ Solvency II sei daher der richtige Weg. Die neuen, strengeren Kapitalvorschriften für Versicherer sollen europaweit ab 2013 gelten.