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Moody's setzt Spaniens Kreditwürdigkeit herab

Spanien ist bei allen drei großen Ratingagenturen durchgefallen. Moody’s stufte die Bonität des Landes gleich um zwei Stufen herab. Und die Prognose sieht düster aus.

Trotz anerkennender Worte für die Reformen der Regierung hat die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Spaniens gleich um zwei Stufen gesenkt. Die hohe Verschuldung von Banken und Unternehmen mache die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone anfällig, begründete Moody's am späten Dienstagabend den Schritt. Auch bleibe die Haushaltslage vieler Regionalregierungen schwierig. Moody's senkte deshalb die Bonitätsnote von „AA2“ auf „A1“ und damit stärker als die beiden anderen führenden Agenturen Standard & Poor's und Fitch.

Das Risiko eines Zahlungsausfalls schätzt Moody's nun höher ein: Es gilt damit als „gering“ und nicht mehr als „sehr gering“. Die mächtige Ratingagentur droht mit einer weiteren Herabstufung, indem sie von einem „negativen Ausblick“ sprach.

Seit Beginn einer Überprüfung des Ratings im Juli sei bisher keine Lösung für die Schuldenkrise vorgebracht worden. Die Gefahr einer Ansteckung durch Entwicklungen innerhalb des Landes mache eine Einstufung in der Kategorie „A“ angemessener als in der Kategorie „AA“.

Selbst wenn bald eine Lösung für die Schuldenkrise präsentiert werde, brauche es Zeit, bis das Vertrauen in die Politik des Landes und in einen robusten Wirtschaftsaufschwung wiederhergestellt sei, erklärte Moody's weiter. Die derzeit schlechten wirtschaftlichen Aussichten auf europäischer und globaler Ebene beeinträchtigten die Situation Spaniens zusätzlich. Ihre Prognose für das Wachstum der spanischen Wirtschaft im Jahr 2012 korrigierte die Ratingagentur von bisher 1,8 Prozent auf 1 Prozent.

Bereits am 7. Oktober hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Spaniens herabgestuft, Standard & Poor's folgte am Freitag vergangener Woche. Eine geringere Kreditwürdigkeit erschwert es einem Land, sich auf dem Kapitalmarkt neues Geld zu beschaffen, da die Zinsen steigen.

Das Finanzministerium in Madrid sieht in dem Schritt eine Reaktion auf die derzeit schwierigen Bedingungen am europäischen Anleihenmarkt. Die Regierung werde den Konsolidierungs- und Reformkurs fortsetzen, erklärte es in einer ersten Reaktion.

"Besser als andere Südländer"

Spanien habe durch Reformen des Rentensystems, des Arbeitsmarktes und des Finanzsektors seine Kreditwürdigkeit im Vergleich zu anderen südeuropäischen Ländern verbessert, sagte Moody's-Analystin Kathrin Mühlbronner. Allerdings werde es für die Regierung wegen der schwierigen Wirtschaftslage in den Euro-Ländern schwierig, die ambitionierten Sparziele zu erreichen. Das Defizit soll in diesem Jahr auf sechs Prozent des Bruttoinlandsproduktes gedrückt werden. 2010 waren es 9,3 Prozent.

Im August hatten sich die regierenden Sozialisten und die oppositionellen Konservativen auf eine Schuldenbremse geeinigt, die in der Verfassung verankert wird. In Spanien wird am 20. November eine neue Regierung gewählt. In den Umfragen liegt die konservative Volkspartei deutlich vorn.

hatten auch die beiden anderen führenden Ratingagenturen Standard & Poor’s und Fitch die Kreditwürdigkeit Spaniens herabgestuft.