Gleichberechtigung

Dax-Konzerne gegen Frauenquote in Vorständen

Am Montag wollen die Dax-Personalchefs mit Familienministerin Schröder über eine Frauenquote sprechen, aber das Top-Management soll außen vor bleiben.

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Die 30 größten Dax-Unternehmen wollen die angestrebte Erhöhung ihres Frauenanteils einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge nicht auf ihre Vorstände und Aufsichtsräte beziehen. Wie die Zeitung in ihrer Samstagsausgabe berichtete, wollen die meisten der Konzerne zwar 20 bis 30 Prozent der Stellen im oberen Management in der kommenden Zeit mit Frauen besetzen.

Angaben zu Vorständen und Aufsichtsräten fehlten jedoch, berichtete die "SZ" unter Berufung auf eine Übersicht der Konzerne zur Vorbereitung auf ein Treffen mit Regierungsvertretern. Offenbar ist hier keine Quote gewünscht.

Dem Zeitungsbericht zufolge setzen sich die Konzerne bei ihren Zielen sehr unterschiedliche Fristen. So wollen etwa Allianz, Bayer, die Commerzbank und die Telekom die 30 Prozent bereits bis Ende 2015 erreichen. Andere Dax-Konzerne wie BMW oder Daimler wollen sich demnach hingegen fünf Jahre mehr Zeit lassen und sind mit 20 Prozent oder weniger zufrieden.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) bereitet derzeit ein Gesetz zur Einführung einer flexiblen Frauenquote vor. "Die Flexi-Quote, wie ich sie mir für Vorstände und Aufsichtsräte vorstelle, lässt Unternehmen den vollen Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum bei größtmöglicher rechtlicher Verbindlichkeit", sagte Schröder der "Wirtschaftswoche". Deshalb wolle sie noch dieses Jahr ein Gesetz mit einer sanktionsbewehrten Quote für Vorstände und Aufsichtsräte auf den Weg bringen.

Am Montag wollen Mitglieder der Bundesregierung mit den Personalvorständen der Dax-30-Unternehmen darüber sprechen, wie mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen sind. Im März hatten die Manager versprochen, dass jedes Unternehmen individuelle Ziele für mehr Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten ausarbeiten werde.

Schröder sagte: "Meine Erwartung ist, dass auf der Liste der individuellen Selbstverpflichtungen, die mir die Unternehmen präsentieren, keine einzige einstellige Zahl stehen wird." Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) lehnt eine Quote jedoch ab. "Eine gesetzliche Quote ist unsere Sache nicht", sagte er dem Magazin. "Es kann ja auch heute schon jeder freiwillig sagen, welche Quote er erreichen und erfüllen will und daran gemessen werden."