Peinliche Panne

Pläne für Razzia gegen Steuersünder sickern durch

Bei der Planung der Großrazzia gegen rund 3000 mutmaßliche Steuersünder mit Geld in Luxemburg soll es zu einer Panne gekommen sein. Die Hausdurchsuchungen bei Firmen und Privatleuten mussten vorgezogen werden.

Auf der Jagd nach deutschen Steuerflüchtlingen, die ihr Geld bei einer Tochter der britischen Großbank HSBC in Luxemburg angelegt haben, hat es erste Durchsuchungen gegeben. Bei den Razzien am Freitag wurden zeitgleich mehrere Standorte einer Vermögensberatung in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg durchsucht, bestätigte Bernd Bienioßek von der federführenden Staatsanwaltschaft Bochum „Bild am Sonntag“.

Nach Informationen der Zeitung handelt es sich um die Düsseldorfer VM Vermögensmanagement. In dem zur August von Finck-Gruppe gehörenden Unternehmen, das nach eigenen Angaben ein Anlagevolumen von deutlich über zwei Milliarden Euro betreut, ist laut Ermittlerkreisen umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden.

Zuvor hatte es aber bei der Planung der Großrazzia gegen rund 3000 mutmaßliche Steuersünder mit Geld in Luxemburg laut „Spiegel“ eine Panne gegeben. Die Hausdurchsuchungen bei Firmen und Privatleuten, von denen einige angeblich dreistellige Millionenbeträge Schwarzgeld bei der HSBC-Bank in Luxemburg angelegt haben, hätten eigentlich an diesem Montag stattfinden sollen. Wegen Abstimmungsproblemen sei der Termin dann aber kurzfristig in den November verschoben worden. Da aber zahlreiche Behörden und sogar Anwälte bereits eingeweiht waren, seien Mitte vergangener Woche Informationen über die geplante Razzia durchgesickert. In einer Notaktion seien Steuerfahnder seit vergangenem Freitag kurzfristig ausgerückt, um zu retten, was noch zu retten ist.