Bernd Pischetsrieder

Ehemaliger VW-Chef wegen Steuerbetrugs vor Gericht

In München hat der Prozess gegen den Ex-Chef von VW und BMW, Bernd Pischetsrieder, begonnen. Er soll den Fiskus jahrelang betrogen haben.

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Der frühere Automanager Bernd Pischetsrieder muss sich wegen Steuerhinterziehung in München vor Gericht verantworten. Nach einem mehrjährigen Ermittlungsverfahren wirft die Staatsanwaltschaft dem früheren Chef von BMW und VW vor, den Fiskus während seiner Zeit beim Volkswagen-Konzern um mehr als 200.000 Euro betrogen zu haben.

Pischetsrieder soll in den Jahren 2000 bis 2003 Einkommensteuer hinterzogen haben, indem er Schuldzinsen von Krediten für ein Anwesen im oberbayerischen Breitbrunn auf andere Immobilien in Chemnitz, München und Eggstätt-Natzing umschichtete. Er habe dazu in den Einkommenssteuererklärungen der Jahre 2001 bis 2003 falsche oder unvollständige Angaben gemacht und so Steuern verkürzt, sagte Staatsanwalt Achim von Engel.

Weil für den Prozess am Münchner Landgericht nur zwei Tage angesetzt sind, könnte das Urteil schon am Dienstag fallen. Im Falle einer Verurteilung droht Pischetsrieder eine Bewährungs- oder Geldstrafe. Pischetsrieder war von 1993 bis 1999 BMW-Vorstandschef und wechselte 2000 in den VW-Vorstand, wo er 2002 Ferdinand Piech als Vorsitzender ablöste. 2006 wurde er entlassen.

Pischetsrieder wies zum Auftakt der Verhandlung den Vorwurf der bewussten Steuerhinterziehung zurück. Er habe nichts verschleiert, sagte er. „Ich hatte nach der Beratung mit meinem Steuerberater nicht die geringsten Bedenken“, fügte der 63-Jährige an.

Pischetsrieder sagte, er habe sich, „volkstümlich gesagt, nichts dabei gedacht“ und niemals mit strafrechtlichen Konsequenzen gerechnet. Mit seiner Bank, die eigenständig Kreditzahlungen auf den Konten bewegt habe, habe er nur selten und telefonisch Kontakt gehabt. Die Staatsanwaltschaft ist indes der Auffassung, dass Pischetsrieder die Vorgänge bewusst gewesen seien und er absichtlich Steuern hinterzogen hat.