EZB

In der Euro-Krise spielt die Notenbank Feuerwehr

Das Instrumentarium der EZB reicht nicht aus, um die Schuldenkrise zu beenden. Eine lamgfristige Lösung müssen die Regierungschefs finden.

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Die letzte Rats-Sitzung von Jean-Claude Trichet als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) geriet zum Spiegelbild seiner Amtszeit. Wie in den vergangenen Jahren versuchte der Franzose, die Krise mithilfe einer Doppelstrategie zu entschärfen: Auf der einen Seite erteilte der Franzose den auf eine Zinssenkung hoffenden Märkten eine Abfuhr.

Auch eine Absenkung im November erscheint unwahrscheinlich. Darauf deutet Trichets überraschend harte Wortwahl hin. Weder änderte er seine Rhetorik bei den Inflationserwartungen, noch in puncto Konjunkturaussichten.

Auf der anderen Seite versucht Trichet verzweifelt, die Folgen der Krise mithilfe einer großzügigen Geldversorgung der Banken einzudämmen.

Zinssenkung ist sehr wahrscheinlich

Alle Kriseninstrumente, die die EZB schon nach der Lehman-Pleite angewandt hat, sind seit Trichets letzter Sitzung wieder aktiv. Und auch die Zinssenkung dürfte sehr wahrscheinlich im Dezember folgen. Für Trichet ist das bitter. Wie gern hätte er seinem Nachfolger Mario Draghi ein Haus in ruhigem Umfeld übergeben. Daraus wird nun nichts. Langsam hatte die Notenbank versucht, die Märkte wieder von der lockeren Geldzuteilung zu entwöhnen. Damit ist die EZB nun endgültig gescheitert.

Dass die Währungshüter dies eingestehen und ihr komplettes Instrumentarium zum Einsatz bringen, zeigt, wie dramatisch die Lage tatsächlich ist. Die Schuldenkrise ist längst zu einer realen Gefahr für das Banken- und Finanzsystem geworden. Die EZB hat sich dafür gerüstet. Sie spielt wieder mal die Feuerwehr. Den Flächenbrand löschen kann sie aber nicht. Hier sind die Regierungschefs am Zug. Sie müssen für eine ausreichende Kapitalisierung der Banken und eine konsequente Bereinigung des Schuldenproblems sorgen.