Getränke

40 deutsche Biermarken sollen teurer werden

Die Radeberger-Gruppe – zu der 40 Biermarken gehören – plant höhere Preise für Fass- und Flaschenbier. Andere Hersteller könnten nachziehen.

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Der führende deutsche Bierhersteller, die Radeberger Gruppe, plant Preiserhöhungen. Zum 1. Februar 2012 werde ein Teil der Abgabepreise an Handel und Gastronomie angehoben, sagte eine Sprecherin der Gruppe.

Zum Umfang der geplanten Preiserhöhungen und den betroffenen Biermarken beziehungsweise Produkten wurden zunächst keine Angaben gemacht. Ob und wie viel die Verbraucher für die entsprechenden Produkte mehr bezahlen müssten, entschieden Handel und Gastronomie.

Kräftig angezogene Rohstoffpreise sowie gestiegene Kosten bei Energie, Glas, Logistik und Personal führten zu Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe, die an die Kunden weitergegeben werden müssten, begründete die Sprecherin den Schritt des Biermarktführers.

Zuletzt hatte die Radeberger-Gruppe zum 1. März 2008 und zum 1. Februar 2009 jeweils für einen Teil ihres Sortiments Abgabepreise erhöht. Die Oetker-Tochter stellt in bundesweit 14 Brauereien rund 13 Millionen Hektoliter Bier pro Jahr her. Zu den mehr als 40 Biermarken gehören „Radeberger Pilsner“, „Schöfferhofer Weizen“ und „Jever“.

Unklar ist, ob der Biermarktführer damit eine Preiserhöhungsrunde in der gesamten deutschen Braubranche einläutet. „Das ist ein Vorstößchen“, sagte der Herausgeber des Branchenmagazins „Inside“, Niklas Other, in München. Die Preiserhöhungen seien differenziert und nicht durchgängig durch das Sortiment.

Nach Schätzung von Other sind etwa 5 Millionen der insgesamt 13 Millionen Hektoliter umfassenden Jahresproduktion von den Preisplänen betroffen. Die Radeberger Gruppe dürfte ihre Abgabepreise also bei mehr als jedem dritten Liter Bier anheben. Weil das Unternehmen keine Angaben zu dem betroffenen Absatzvolumen macht, wollte eine Sprecherin diese Schätzung weder bestätigen noch dementieren.

Unter gestiegenen Kosten leide die gesamte Braubranche, sagte Other. Von den führenden Privatbrauereien seien bislang allerdings keine Ankündigungen zu Preiserhöhungen gekommen.