Italien

Berlusconi überrascht mit neuem Notenbankchef

Nach monatelangem Streit hat Italiens Ministerpräsident Berlusconi den neuen Zentralbank-Chef nominiert – mit einem unerwarteten Ergebnis.

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Neuer Notenbank-Chef Italiens soll Ignazio Visco werden. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi schlug unerwartet die Nummer Drei der Zentralbank für die Spitzenposition vor. Der 61-jährige Visco tritt damit die Nachfolge von Mario Draghi an, der künftig die Europäische Zentralbank (EZB) führt. Monatelang hatte es Koalitionszank über die Personalie gegeben.

Zuletzt hatte Berlusconi noch Draghis Stellvertreter Fabrizio Saccomanni bevorzugt. Wirtschaftsminister Giulio Tremonti machte sich dagegen für den Generaldirektor im Finanzministerium, Vittorio Grilli, stark. Draghi löst den Franzosen Jean-Claude Trichet zum 1. November an der EZB-Spitze ab. Italien hätte mit Draghi zwei der sechs Stellen im EZB-Direktorium besetzt, da die Amtszeit Bini Smaghis eigentlich erst in zwei Jahren endet. Berlusconi hatte aber zugesagt, dass Italien für einen Vertreter Frankreichs Platz macht. Bini Smaghi hatte sich zunächst geweigert, dann aber doch einem vorzeitigen Abschied zugestimmt.