Marburger Bund

Uniklinik-Ärzte stimmen für unbefristete Streiks

Patienten an deutschen Unikliniken müssen sich auf lange Wartezeiten einstellen. Die Ärzte wollen mit Streiks eine Gehaltserhöhung erzwingen.

Foto: dpa

Fünf Jahre nach den ersten großen Ärztestreiks an Unikliniken droht erneut ein unbefristeter Mediziner-Ausstand. Bei einer Urabstimmung der Klinikärzte-Gewerkschaft Marburger Bund (MB) votierten 97,4 der an der Abstimmung beteiligten Ärzte für einen Arbeitskampf. Dies gab der stellvertretende MB-Vorsitzende, Andreas Botzlar, bekannt.

Die große Tarifkommission habe daraufhin die Uniärzte zum Streik aufgerufen. Dieser soll flächendeckend am 7. November beginnen. Ausgenommen sind Hessen und Berlin. Diese beiden Länder gehören nicht der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) – der Organisation der Arbeitgeber – an.

Der Marburger Bund hatte die Tarifverhandlungen mit der TdL für die 20.000 Ärzte an Unikliniken Ende September nach fünf ergebnislosen Verhandlungsrunden für gescheitert erklärt. Die Ärztegewerkschaft fordert tarifliche Verbesserungen im Volumen von 6,3 Prozent. Dies setzt sich aus einer fünfprozentigen linearen Erhöhung und weiteren Verbesserungen zusammen. Die TdL hatte das als nicht akzeptabel zurückgewiesen. Nach MB-Darstellung haben die Länder bislang kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, lediglich einen finanziellen Spielraum von 3,75 Prozent für zwei Jahre angedeutet.