Spyker

Saab verkauft Sportwagenschmiede an Investor

Der niederländische Sportwagenhersteller Spyker soll in die Hände eines US-Finanzinvestors wechseln. Die Mutterfirma des angeschlagenen Autoherstellers Saab will das Sportwagenunternehmen an den US-Finanzinvestor North Street Capital verkaufen.

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Der Saab-Besitzer Swedish Automobile unternimmt einen neuen Anlauf, um seine Sportwagenschmiede Spyker zu Geld zu machen. Diese soll nun vom US-Finanzinvestor North Street Capital übernommen werden, teilte Swedish Automobile am Donnerstag mit. Es werde ein Nettoerlös von rund 32 Millionen Euro erwartet, mit dem Schulden bei Saab- und Spyker-Eigner Victor Muller zurückgezahlt werden sollten. Die Auswirkungen auf den vom Aus bedrohten Saab-Konzern waren zunächst unklar. Spyker hatte die strauchelnde Saab-Marke 2010 dem US-Autobauer GM abgekauft und dann den Unternehmensnamen „Swedish Automobile“ angenommen.

North Street habe die Mittel, um die Entwicklung von Spyker im Luxus-Segment langfristig voranzutreiben, teilte Swedish Automobile mit. Muller bleibe auch nach dem Verkauf Chef von Spyker. Der Erlös aus der Transaktion gehe an Mullers private Investmentgesellschaft Tenaci. Ob der Deal mit North Street aber tatsächlich zustande komme, sei noch nicht sicher. Im Februar hatte Swedish Automobile einen ersten Anlauf zum Verkauf von Spyker genommen: Die Sportwagen-Sparte sollte an den russischen Geschäftsmann Wladimir Antonow verkauft werden. Doch im August räumte der Konzern ein, das Geschäft liege auf Eis.

Spyker stellt jährlich nur ein paar Dutzend Wagen her, die pro Stück rund 200.000 Euro kosten. Mit der für die Branche überraschenden Übernahme von Saab bewahrte der Nischenproduzent den schwedischen Traditionskonzern vor der Schließung durch die Opel-Mutter GM. Doch die Geschäfte laufen nicht rund. Seit Monaten kämpft Swedish Automobile gegen den Bankrott. Das an der Amsterdamer Börse notierte Unternehmen verkaufte bereits Vermögenswerte und sucht neue Investoren, um das Geld für Zuliefererrechnungen und Mitarbeiterlöhne aufzubringen. Bei Saab in Schweden stehen die Bänder still.

Anfang September schien das Aus der schwedischen Traditionsmarke bereits so gut wie besiegelt. In der vergangenen Woche bekamen die Schweden aber noch einmal Aufschub: Ein Gericht stellte Saab doch noch unter Gläubigerschutz, während das Unternehmen eine Finanzierung durch chinesische Investoren unter Dach und Fach bringen will. Die Aktien von Swedish Automobile schossen am Donnerstag nach Bekanntwerden des Geschäfts mit North Street zunächst 16 Prozent in die Höhe. Später notierten sie noch rund acht Prozent im Plus.