Deutsche-Bank-Chef

Ackermann lehnt Euro-Bonds zur Lösung der Krise ab

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Der Chef der Deutschen Bank hält Euro-Bonds im Moment nicht für den "Königsweg". Besser sei es, den Druck auf die Schuldenländer aufrechtzuerhalten.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann lehnt die umstrittenen Euro-Bonds zur Lösung der aktuellen Schuldenkrise ab. Er stimme mit der Bundesregierung überein, dass solche Gemeinschaftsanleihen „im Moment nicht der Königsweg sind“, sagte Ackermann.

Euro-Bonds könnten zwar die Ultima Ratio in einem längeren Prozess sein. „Jetzt wären sie falsch“, betonte Ackermann. Denn die Anleihen führten zu einer Vergemeinschaftung der Schuldenproblematik. Vielmehr müsse der Druck auf die hoch verschuldeten Euroländer aufrechterhalten werden, damit sie ihre Haushalte in Ordnung brächten.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt Euro-Bonds ab und hatte jüngst betont, gemeinsame Anleihen würde das Schuldenmachen noch erleichtern statt für Haushaltsdisziplin zu sorgen. Fachleute gehen davon aus, dass Deutschland als Top-Schuldner im Falle gemeinsamer Anleihen mit Staaten wie Griechenland oder Spanien höhere Zinsen zahlen müsste als bisher.

Nach Griechenland, Irland und Portugal waren zuletzt auch Spanien und Italien immer tiefer in den Strudel der Schuldenkrise geraten. Die Länder wollen mit strikten Sparprogrammen ihre Schuldenberge abtragen und vor allem Vertrauen am Finanzmarkt zurückgewinnen.

Ackermann kritisierte, dass in vielen dieser Staaten der Fokus nun zu stark auf der Schuldenreduzierung liege. Es müsse auch mehr für das Wachstum getan werden, forderte der Deutsche-Bank-Chef. Ausländische Investoren müssten mit attraktiven Konditionen in diese Länder geholt werden, „damit die Beschäftigung wieder wachsen kann“.

Ackermann widersprach zudem der Forderung von IWF-Chefin Christine Lagarde, europäische Banken müssten zu einer stärkeren Kapitalisierung gezwungen werden. „Davon halte ich überhaupt nichts.“ Die Deutsche Bank etwa sei stärker kapitalisiert als je zuvor.