Drohendes Insolvenz

Autobauer Saab erhält nun doch Gläubigerschutz

Es gibt wieder Hoffnung für den maroden schwedischen Autohersteller Saab. Ein Berufungsgericht gewährte Saab nun doch den Gläubigerschutz, der in der ersten Instanz abgelehnt wurde. Der Autobauer bekommt nun drei Monate Zeit für die Umstrukturierung des Unternehmens.

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Der schwedische Autobauer Saab erhält nun doch den erhofften Gläubigerschutz. Das Berufungsgericht im schwedischen Vänersborg zog am Mittwoch die Entscheidung aus erster Instanz zurück und erlaubte Saab eine umfassende Restrukturierung, wie aus der Gerichtsentscheidung hervorgeht.

Bei der ersten Gerichtsentscheidung hätten nicht genügend Informationen für eine Bewertung der Erfolgsaussichten einer Restrukturierung vorgelegen, teilte das Berufungsgericht mit. Saab habe nun drei Monate Zeit, um sich neu aufzustellen. Eine Verlängerung der Frist sei möglich.

Vor zwei Wochen war ein Antrag des Eigentümers Swedish Automobile auf Gläubigerschutz in erster Instanz abgelehnt worden. Dagegen war das Unternehmen in Berufung gegangen.

Die Bänder des Autobauers stehen seit Juni still. Saabs Schulden belaufen sich nach Aussage von Geschäftsführer Victor Muller auf 150 Millionen Euro. Der Autobauer beschäftigt 3700 Menschen. Anfang 2010 war Saab schon einmal vor dem Bankrott gerettet worden, als der niederländische Konzern Swedish Automobile das Unternehmen kaufte.

Der Traditionskonzern, der 2010 von der damals noch als Spyker Cars firmierenden Swedish Automobile vor der Schließung durch General Motors gerettet wurde, rutscht seit Monaten von einer Zahlungskrise in die nächste. Die Produktion liegt seit April weitgehend auf Eis, weil die Zulieferer auf offenen Rechnungen sitzen und keine Teile mehr schicken.

Im ersten Halbjahr verneunfachte sich der Verlust bei Saab, die Nettoverschuldung schwoll auf 284 Millionen Euro Ende Juni an. „Im Moment ist kein Geld da und Saab wartet seit mehr als fünf Monaten darauf. Das Problem bleibt das gleiche: Sie brauchen Geld“, fasste Tom Muller, Analyst bei Theodoor Gilissen, die Situation zusammen.