Insolventer Autobauer

Saab scheitert mit Antrag auf Gläubigerschutz

Der letzte Versuch, den schwedischen Auto-Hersteller Saab zu retten, ist gescheitert: Das zuständige Gericht im schwedischen Vänersborg teilte am Donnerstag mit, es lehne den von Saab beantragten Gläubigerschutz ab.

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Der Autohersteller Saab ist mit seinem Antrag auf Gläubigerschutz gescheitert und steht damit vor der Insolvenz. Das Amtsgericht im westschwedischen Vänersborg begründete die Ablehnung des Antrags am Mittwoch damit, dass das Unternehmen kein glaubwürdiges Konzept für eine dauerhafte Sanierung vorgelegt habe. Den Antrag hatte der Eigentümer von Saab, Swedish Automobile, am Mittwoch beantragt, um das Unternehmen durch einen freiwilligen Restrukturierungsprozess noch retten zu können.

Der Traditionskonzern, der 2010 von der damals noch als Spyker Cars firmierenden Swedish Automobile vor der Schließung durch General Motors gerettet wurde, rutscht seit Monaten von einer Zahlungskrise in die nächste. Die Produktion liegt seit April weitgehend auf Eis, weil die Zulieferer auf offenen Rechnungen sitzen und keine Teile mehr schicken. Im ersten Halbjahr verneunfachte sich der Verlust bei Saab, die Nettoverschuldung schwoll auf 284 Millionen Euro Ende Juni an. „Im Moment ist kein Geld da und Saab wartet seit mehr als fünf Monaten darauf. Das Problem bleibt das gleiche: Sie brauchen Geld“, fasste Tom Muller, Analyst bei Theodoor Gilissen, die Situation zusammen.

Saab Automobile AB und die Töchter Saab Automobile Powertrain AB sowie Saab Automobile Tools AB würden nun mit einem vom Gericht bestimmten Verwalter an einem Restrukturierungsplan arbeiten, erklärte Swedish Automobile. Der Plan werde den Gläubigern innerhalb der nächsten drei Wochen vorgelegt. Man sei zuversichtlich, die nötige Unterstützung dafür zu erhalten, erklärte die Muttergesellschaft. Einer der Geldgeber, die US-Firma Ally Financial Inc , äußerte sich allerdings skeptisch. Man erwarte keine finanziellen Einflüsse einer Reorganisation und werde seine Interessen als Gläubiger während des Prozesses wahren, erklärte das Unternehmen. Die Aktien von Swedish Automobil wurden am Mittwoch vom Handel ausgesetzt. Seit Jahresbeginn haben die Titel fast 80 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Warten auf Geld aus China

In seinem Überlebenskampf wollte Saab durch den Verkauf der Mehrheit an den chinesischen Autohändler Pangda und den Konzern Zhejiang Youngman Lotus Automobile neues Geld in die Kassen spülen. Doch noch haben die Behörden in China die Transaktion nicht genehmigt. Das schwedische Fachblatt „Dagens Industri“ berichtete unter Berufung auf mehrere mit der Situation vertraute Personen, dass Youngman keine Genehmigung der chinesischen Behörden für einen Einstieg bei Saab bekommen werde. Der staatliche Autokonzern BAIC oder der Sportwagenbauer Great Wall Motor würden von den chinesischen Beamten als eher geeignet für eine Beteiligung gesehen.

Kurzfristig brauche Saab jedenfalls 2,5 Milliarden Schwedische Kronen (knapp 280 Millionen Euro), langfristig rund fünf Milliarden Kronen (560 Millionen Euro), um bei den Lieferanten das Vertrauen wieder herzustellen, zitiert die Zeitung Personen aus dem Umfeld des Unternehmens. Saab-Chef Victor Muller hat in diesem Jahr mehr als 100 Millionen Euro an Darlehen und Aufträgen hereingeholt. Gereicht hat das nicht.