Staatsanleihen

Griechenland beharrt auf Verzicht privater Banken

Athen will einem Tausch von Anleihen nur zustimmen wenn 90 Prozent der Anleger sich beteiligen und einen Teil ihrer Forderungen abschreiben.

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Griechenland macht eine rege Teilnahme privater Gläubiger zur Bedingung bei dem für das zweite Rettungspaket entscheidenden Staatsanleihen-Tausch. Die Regierung will das Geschäft nach Angaben vom Freitag abblasen, falls weniger als 90 Prozent der Gläubiger dem Tausch zustimmen. Bislang hatten Griechenland und der Bankenverband IIF, die gemeinsam die Gespräche koordinieren, eine 90-prozentige Teilnahmequote als Zielmarke bei dem Tausch genannt, nicht jedoch als Bedingung. Der IIF hatte erst am Donnerstag erklärt, dass bislang erst 60 bis 70 Prozent der Investoren ihre Absicht zu einer Beteiligung bekundet hätten.

Die griechische Regierung verschickte in Vorbereitung auf den Tausch eine Anfrage an Finanzminister in aller Welt, um sich einen Überblick über die Bestände griechischer Anleihen zu verschaffen. Darin wird die 90-prozentige Teilnahme als Bedingung genannt. „Wenn diese Schwellen nicht erreicht werden, wird Griechenland keinen Teil der in diesem Brief beschriebenen Transaktion durchführen“, heißt es in dem Schreiben, der auf der Webseite der Athener Börse veröffentlicht wurde.

Wie zwei ranghohe griechische Banker der Nachrichtenagentur Reuters sagten, ist der Brief als Einladung an die Banken gedacht, bis zum 9. September unverbindlich ihre Teilnahme zu erklären. Danach werde es eine formelle Einladung geben, der Teilnahme spätestens Anfang Oktober verbindlich zuzustimmen.

Griechenland will Bonds im Volumen von 135 Milliarden Euro tauschen oder verlängern. Der Tausch geht mit einem mindestens 21-prozentigen Forderungsverzicht der privaten Gläubiger bei den alten Schulden einher, der die Staatskasse des Mittelmeerlandes entlasten soll.

Dem Land macht bei der Sanierung der Staatsfinanzen weiter die lahme Konjunktur zu schaffen . Wie das Finanzministerium in Athen einräumte, wird die Wirtschaft möglicherweise auch im kommenden Jahr nicht zum Wachstum zurückkehren. Zumindest werde die Rezession deutlich abflauen, erklärte das Ministerium. Wenn alle Sparmaßnahmen umgesetzt würden, werde man 2011 „sehr nahe„ an die Haushaltsziele kommen.

Finnland beharrt auf Sicherheiten

Finnland will ohne Sicherheiten weiterhin nicht an dem zweiten Rettungspaket für Griechenland teilnehmen. Die Sicherheiten seien eine „absolute Vorbedingung„ für die Teilnahme des Landes, sagte am Freitag ein ranghoher Regierungsmitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters. Der Beamte dementierte damit den Bericht einer Webseite, Finnland sei wegen des Drucks aus Deutschland von seinen Forderungen abgerückt.