Griechenland-Krise

Österreichs Kanzler hält Staatspleite für möglich

Der österreichische Kanzler Werner Faymann hat im ORF eine Staatspleite Griechenlands nicht ausgeschlossen. Er hoffe jedoch, es brauche keinen "Plan B".

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Der österreichische Kanzler Werner Faymann hält eine Staatspleite Griechenlands für möglich. Er könne eine Pleite nicht ausschließen, weil er nicht wisse, ob die griechische Bevölkerung den Sparkurs von Ministerpräsident Giorgos Papandreou mittragen werde, sagte Faymann am Sonntag im Fernsehsender ORF.

Trotzdem sei eine Staatspleite das ungünstigste Szenario. So etwas „soll man sich nicht wünschen“, sagte Faymann. Er hoffe, dass Griechenland und die Europäische Union keinen "Plan B" bräuchten. Um die griechische Schuldenkrise zu lösen, müsse Papandreou seine Sparpläne durchsetzen und eine Mehrheit für die Reformen im Parlament bekommen.

Wiedereinführung der Drachme wäre "gewaltige Dummheit"

Der griechische Vize-Regierungschef Theodoros Pangalos wies Forderungen nach einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone und einer Wiedereinführung der Drachme unterdessen als „gewaltige Dummheit“ zurück. „Wer so etwas sagt, ist äußerst blöd“, sagte Pangalos in einem Interview der spanischen Zeitung „El Mundo“.

Sollte Griechenland die Drachme wieder einführen, „wären die Banken am nächsten Tag von Leuten belagert, die ihr Geld abheben wollen, die Armee müsste sie mit Panzern beschützen, weil es nicht genug Polizei gäbe“, sagte Papandreous Stellvertreter. „ Es würde überall Unruhen geben , die Geschäfte wären leer, manche Leute würden sich aus dem Fenster stürzen.“