Altlasten

Bank of America will Pleite-Immobilien loswerden

Das US-Institut erhofft sich durch den Verkauf einen Befreiungsschlag. Offenbar will Investor Blackstone eine Milliarde Dollar bezahlen.

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Die Bank of America will einen großen Teil der Immobilien abstoßen, die ihr seit Ausbruch der Finanzkrise Probleme bereiten. Dabei soll es sich laut „Financial Times “ um eine ganze Palette an Immobilien handeln. Die betroffenen Einkaufszentren, Logistikzentren und Beteiligungen sind angeblich auf der ganzen Welt verteilt.

Interesse zeigt offenbar der Finanzinvestor Blackstone, der bereit sein soll, eine Milliarde Dollar dafür zu bezahlen. Dessen Kasse ist gut gefüllt. Zudem dürfte der Finanzinvestor wissen, worauf er sich einlässt. Blackstone verwaltet seit vergangenem Jahr einen Immobilienfonds der Bank of America und kennt schon allein dadurch das Institut.

Für die US-Bank wäre es ein wichtiger Schritt, um sich von Altlasten zu befreien . Das Immobilienpaket stammt noch aus dem Bestand der Investmentbank Merrill Lynch, die während der Finanzkrise von der Bank of America übernommen wurde. Dieser Kauf erwies sich im Nachhinein als Belastung für die Bank.

Sie ist damals Risiken eingegangen, die sich als Fehler herausgestellt haben. So drückte eine Vergleichszahlung in Milliardenhöhe das Quartalsergebnis zwischen April und Ende Juni tief ins Minus. Für diesen Zeitraum musste die Bank of America daher einen Verlust von 8,8 Milliarden Dollar melden, während die meisten Konkurrenten Gewinne schrieben.

Als größter Fehlkauf erwies sich jedoch die Übernahme des Immobilienfinanzierers Countrywide. Dessen fragwürdige Geschäftspraktiken haben die Bank of America vor wenigen Monaten gezwungen, sich auf einen Vergleich in Höhe von 8,5 Milliarden Dollar einzulassen. Countrywide hatte weiter Hypotheken an nicht kreditwürdige Kunden vergeben, als die meisten anderen Banken längst ausgestiegen waren.

Riskante Geschäfte zehren an dem Institut

Die damit verbundenen Risiken verpackte Countrywide zu Wertpapieren und verkaufte sie anschließend an Investoren weiter. Dann begann der Ärger: Die Investoren erlitten hohe Verluste, als die Immobilienpreise stark fielen, und machten im Nachhinein die Bank of America dafür verantwortlich.

Obwohl es sich bei den Klägern selbst um Finanzexperten handelte, fühlten sie sich von der Bank of America hinsichtlich der Risiken getäuscht. Zu ihnen gehörten unter anderem die Vermögensverwaltung Blackrock und die Landesbank Baden-Württemberg.

Um für die Schadenersatzklagen gewappnet zu sein, stößt die Bank seit geraumer Zeit Geschäftsteile ab. So kündigte das Institut zum Wochenanfang an, dass sie sich unter anderem von ihrem Kreditkartengeschäft in Kanada trennen will. TD Bank zahlt dafür 8,6 Milliarden Dollar. Auch das Kreditkartengeschäft in Europa soll zum Verkauf stehen.

Diese Erlöse hat die Bank bitter nötig, denn weiterer Ärger kündigt sich bereits an. Der Versicherungskonzern AIG, der während der Finanzkrise nur mit Staatsgeldern vor der Pleite gerettet werden konnte, will die Bank of America auf zehn Milliarden Dollar verklagen. Dies wäre fast ein Drittel der insgesamt 28 Milliarden Dollar, die AIG in hypothekenbasierte Wertpapiere der Bank of America investiert hat.