Geldpolitik

Notenbanken stützen den Euro mit Dollar-Krediten

Die Europäische Zentralbank will zusammen mit der amerikanischen Fed, der Bank of England, der japanischen Notenbank und der Schweizer Nationalbank den Banken der Eurozone zusätzliche Dollar-Kredite gewähren. Damit die Märkte weiter funktionieren.

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Der Euro hat am Donnerstag mit starken Kursgewinnen auf eine konzertierte Aktion führender Notenbanken reagiert. Nach der Ankündigung mehrerer Zentralbanken, die Geschäftsbanken mit zusätzlicher Dollar-Liquidität zu versorgen, legte der Euro einen Kurssprung von rund eineinhalb Cent hin. In der Spitze kostete die Gemeinschaftswährung 1,3936 US-Dollar. Bis zum späten Nachmittag gab der Euro aber einen guten Teil der Gewinne wieder ab und stand bei 1,3850 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3795 (Mittwoch: 1,3729) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7249 (0,7284) Euro.

Weltweit führende Notenbanken wollen möglichen Engpässen auf dem Dollar-Geldmarkt begegnen. Hierzu sollen den Geschäftsbanken zusätzliche Refinanzierungsgeschäfte in Dollar angeboten werden, wie die EZB zusammen mit den Zentralbanken Großbritanniens, Japans und der Schweiz am Donnerstagnachmittag mitteilte. Zusätzlich zu bereits bestehenden Geschäften über eine Woche bieten die Notenbanken nun Geschäfte mit einer Laufzeit von drei Monaten an. „Die neuen Refinanzierungsgeschäfte dürften vor allem dazu dienen, etwas Unruhe aus den Märkten zu nehmen“, kommentierte Experte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus.

Bereits vor der Ankündigung der Notenbanken hatte der Euro Unterstützung von sehr festen Aktienmärkten erhalten. Die deutlich bessere Stimmung an den Börsen habe die Anleger aus sicheren Häfen wie dem Dollar gelockt, hieß es am Markt. Schon seit Wochen ist der Euro fest mit der Entwicklung an den Aktienmärkten verknüpft. So wird die Gemeinschaftswährung stets von einer größeren Zuversicht an den Börsen beflügelt, während der Dollar als Reservewährung von einer schlechteren Stimmung profitiert.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87295 (0,86950) britische Pfund, 105,67 (105,48) japanische Yen und 1,2062 (1,2033) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1782,00 (1818,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm kostete 41 490,00 (42 320,00) Euro.