Schuldenkrise

Weltbank nennt Euro-Länder verantwortungslos

Weltbank-Präsident Robert Zoellick geht mit den Euro-Staaten hart ins Gericht. Er wirft ihnen Verantwortungslosigkeit vor, als sie die Währung schufen.

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Die Staaten der Euro-Zone haben nach Ansicht von Weltbank-Präsident Robert Zoellick nicht genug getan, um die Schuldenkrise in Europa zu verhindern. Die 17 Staaten hätten verantwortungslos gehandelt, als sie die gemeinsame Währung schufen, ohne zuvor ihre Funktionsfähigkeit sicherzustellen, sagte Zoellick am Mittwoch bei einem Vortrag an der George-Washington-Universität.

Über nicht wettbewerbsfähige und hoch verschuldete Länder hätte man noch einmal nachdenken müssen. „Die Weltwirtschaft ist in eine neue Gefahrenzone mit wenig Spielraum geraten, weil die europäischen Staaten sich unangenehmen Wahrheiten über die Verantwortung für die Gemeinschaftswährung verweigern“, sagte Zoellick.

Ängste über einen drohenden Zahlungsausfall von griechischen Staatspapieren hatten seit Tagen für Unruhe an den Märkten gesorgt. Eine Pleite Griechenlands könnte auch weitere angeschlagene Staaten wie Portugal, Irland, Spanien und Italien destabilisieren.

US-Finanzminister äußert sich zuversichtlich über Europa

US-Finanzminister Timothy Geithner sagte am Mittwoch, den europäischen Regierungschefs sei bewusst, dass sie bei der Bekämpfung der Schuldenkrise lange hinterhergehinkt seien. Nun hätten sie den Ernst der Situation aber verstanden und verfügten über die finanziellen Mittel, „um das Nötige zu tun, um die Sache zusammenzuhalten“, sagte Geithner im Fernsehsender CNBC.

Bei seiner Rede an der Universität in Washington kritisierte Weltbankchef Zoellick auch die USA, weil sie es nicht geschafft hätten, ihr steigendes Defizit in den Griff zu bekommen und auch bei der Aushandlung von Freihandelsabkommen nicht vorankämen. Japan sei ebenfalls für die gegenwärtigen Probleme der Weltwirtschaft verantwortlich. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt habe es versäumt, Strukturreformen durchzuführen und für ein stärkeres Wachstum zu sorgen.