Rentenversicherung

Rentenkasse bekommt mehr Geld aus dem Haushalt

In vier Jahren wird der Bund mehr als fünf Milliarden zusätzlich an die Rentenversicherung überweisen. Ob die Beiträge sinken, ist offen.

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Der Bund wird seine Zuschüsse an die staatliche Rentenversicherung in den nächsten Jahren massiv aufstocken. Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Zahlen aus dem Bundesfinanzministerium berichtet, sollen die Zuschüsse bis 2015 auf 85,5 Milliarden Euro steigen.

In diesem Jahr werden aus dem Bundeshaushalt 80,3 Milliarden Euro an die Rentenkasse überwiesen. Für das kommende Jahr und 2013 werden Zuschüsse von jeweils 81,8 Milliarden Euro und für 2014 von 83,6 Milliarden Euro vorausgesagt. Als Grund für das deutliche Plus nennt das Ministerium die zu erwartenden Lohnerhöhungen für Arbeitnehmer. Dadurch müssten auch die Zuschüsse an die Rentenkasse steigen.

Die Wirtschaft pocht auf eine Milliardenentlastung beim Rentenbeitrag. Schon 2012 sei eine Beitragssenkung von 19,9 auf 19,6 Prozent möglich und im folgenden Jahr dann auf 19,1 Prozent, mahnte die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA). Die Regierung dürfe diese Senkung nicht aus politischen Gründen verhindern. Die SPD und Sozialverbände werben hingegen dafür, den Beitragssatz nicht zu senken und stattdessen bessere Leistungen zu sichern .

Bei einer Senkung des Beitrags von 19,9 auf 19,1 Prozent des Bruttolohns geht es um rund acht Milliarden Euro jährlich, die je zur Hälfte den Arbeitgebern und Arbeitnehmern zugutekämen. Ein Durchschnittsverdiener mit 2.500 Euro hätte damit rund zehn Euro mehr im Monat.

Gesetzlich ist für den Rentenbeitrag ein Automatismus vorgesehen: Sobald sich in der Rentenkasse mehr als 1,5 Monatsausgaben – etwa 26 Milliarden Euro – an Rücklagen ansammeln, muss der Beitragssatz gesenkt werden .

Wer heute in die Rentenversicherung einzahlt, wird nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung im Durchschnitt 16,2 Jahre (Mann) bis 20,9 Jahre (Frau) Rente beziehen. Das bedeute einen historischen Höchststand.

Dennoch gebe es immer noch Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Demnach bekommen männliche Rentner aus Ostdeutschland ihre Altersbezüge im Schnitt bis zum Alter von 73,5 Jahren, Westdeutsche dagegen bis zum Alter von 75,7 Jahren. Frauen beziehen im Osten durchschnittlich bis zum Alter von 79,9 Jahren Rente, im Westen aber bis 80,9 Jahre.