"Tigerstaat hineinlassen"

Daimler-Chef wirbt für Türkei-Beitritt der EU

Daimler-Chef Zetsche sieht in der Türkei riesiges Wachstumspotenzial. Er plädiert für eine schnelle Aufnahme des "Tigerstaats" in die EU.

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Daimler-Chef Dieter Zetsche hält die Aufnahme der Türkei in die EU für ebenso notwendig wie eine aktive Einwanderungspolitik in Deutschland . „Für mich ist es schlicht unverständlich, dass wir einen 'Tigerstaat' wie die Türkei, der vor unserer Haustür liegt und zu uns kommen will, nicht herein lassen“, sagte Zetsche der „Bild am Sonntag“.

"Die Türkei hat alles, was wir an asiatischen oder südamerikanischen Staaten bewundern: eine junge Bevölkerung, die wissbegierig und leistungsbereit ist. Wir haben Fabriken in der Türkei, die Vorzeigewerke weltweit sind.“ Daraus ergäben sich riesige Wachstumspotenziale für ein etwas behäbig gewordenes Europa.

Zetsche sieht außerdem Defizite bei der Einwanderung hochqualifizierter Fachkräfte. Er bezeichnete es als „lebensnotwendig für die Zukunft Deutschlands, dass wir eine aktive Einwanderungspolitik betreiben“.

Zudem wünscht sich Zetsche künftig mehr chinesische Teilhaber in seinem Unternehmen. „Chinesische Investoren gehören heute schon zu den Aktionären des Unternehmens. Ich würde es begrüßen, wenn es noch mehr werden würden." Allerdings glaubt er nicht, dass chinesische Investoren die Mehrheit bei Daimler erlangen können.

„Ich halte es für ausgeschlossen, dass die Chinesen gegen den Wunsch Deutschlands versuchen, Kontrolle über Daimler zu bekommen.“ Der Daimler-Chef betonte, dass die derzeitige Auftragslage so gut sei, dass das Unternehmen mit der Produktion nicht mehr nachkommen könne: „Wir könnten von nahezu allen Baureihen mehr verkaufen als wir produzieren können.“