Konjunktur

Euro-Schuldenkrise lässt Exportwirtschaft noch kalt

Trotz Sparkurs in vielen EU-Pleitestaaten macht die deutsche Exportwirtschaft kaum Verluste. Verkauft wird vor allem nach Italien, Irland und Spanien.

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Die Staatsschuldenkrise zwingt den Euroländern an der Peripherie einen Sparkurs auf. Nach Informationen der „Morgenpost Online“ haben die deutschen Exporteure dies im ersten Halbjahr aber kaum zu spüren bekommen. Zwar gingen die Ausfuhren nach Griechenland und Portugal zurück.

Dafür exportierten deutsche Unternehmen deutlich mehr Produkte in die anderen drei Euro-Krisenstaaten Irland, Italien und Spanien. Das geht aus neuen Daten des Statistischen Bundesamtes hervor.

Im ersten Halbjahr 2011 verkauften deutsche Unternehmen 7,9 Prozent weniger Waren nach Griechenland als im ersten Halbjahr 2010. Die Ausfuhren nach Portugal sanken um 2,2 Prozent. „Wir hatten mit einem Rückgang der Exporte nach Griechenland und Portugal gerechnet.

"Da beide Länder nur eine geringe Rolle für die deutschen Exporteure spielen, sind die Verluste zu verschmerzen“, sagte Anton Börner, Präsident des Bundesverbandes für Groß- und Außenhandel (BGA) der „Morgenpost Online“.

Nach Griechenland und Portugal gehen nur 1,4 Prozent aller deutschen Exporte. Entscheidender ist dagegen, dass die Ausfuhren in die großen Exportmärkte Italien und Spanien im ersten Halbjahr gestiegen sind. In die beiden großen Volkswirtschaften verkaufen die deutschen Exporteure zehn Prozent ihrer Waren. Auf dem spanischen Markt setzten sie zwischen Januar und Juni 4,3 Prozent mehr Waren ab als im Vorjahreshalbjahr, in Irland 9,8 Prozent, in Italien waren es sogar 14,3 Prozent.

Zwar sind alle fünf Länder hoch verschuldet und müssen hart sparen, was die Nachfrage nach deutschen Produkten dämpft. „Griechische und portugiesische Betriebe sind darüber hinaus aber oft international zu wenig wettbewerbsfähig“, sagt Börner.

Die Länder stellen wenige eigene Produkte für den Weltmarkt her – und brauchen deshalb wenige Maschinen, Bauteile oder Werkzeuge aus Deutschland, um beispielsweise Autos bauen zu können. Irlands Volkswirtschaft gilt hingegen als konkurrenzfähig und bestellt entsprechend mehr Zulieferteile aus der Bundesrepublik.

Auch Spanien und insbesondere Italien stünden gar nicht so schlecht da, die Voraussetzungen für steigende Exporte in diese Länder seien deshalb grundsätzlich gut, meint BGA-Präsident Börner. Für Griechenland und Portugal hingegen seien die Aussichten trist: „Dorthin werden die Ausfuhren so schnell nicht wieder anspringen.“

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