IWF-Chefin

Lagarde besorgt um weltweite Konjunkturerholung

Die Gefahr, dass die schwache Erholung zum Erliegen kommt, sei groß, fürchtet IWF-Chefin Lagarde. Sie fordert die Banken zum Handeln auf.

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Die neue Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat angesichts der weltweiten Konjunkturrisiken eine bessere Kapitalausstattung europäischer Banken gefordert.

„Die Entwicklungen in diesem Sommer haben gezeigt, dass wir uns in einer gefährlichen neuen Phase befinden“, sagte Lagarde bei der internationalen Wirtschaftskonferenz in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming.

Die Institute müssten zu einer Rekapitalisierung gezwungen werden, sagte Lagarde. Dies solle möglichst durch den Privatsektor geschehen. Die neue IWF-Chefin brachte aber auch den Euro-Rettungsfonds EFSF dafür ins Gespräch. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, betonte indes die Bedeutung der Preisstabilität als Voraussetzung für ein gesundes Wirtschaftswachstum.

„Wir laufen Gefahr, dass die schwache Erholung zum Erliegen kommt. Deshalb müssen wir jetzt handeln“, sagte Lagarde auf der Konferenz, auf der sich führende Notenbanker und Experten trafen. Sie forderte die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) auf, beim Treffen im November die Probleme der Weltwirtschaft überzeugend anzugehen.

Es war die erste Rede Lagardes seit sie in diesem Jahr den Chefposten von Dominique Strauss-Kahn übernahm. Sie warnte zudem die Industrieländer davor, zu viel zu sparen und das Wirtschaftswachstum damit zu gefährden.

Unterdessen gibt es beim griechischen Sanierungsprogramm offenbar erneut Verspätungen. Erste Prüfungen seien nicht befriedigend ausgefallen, berichteten die Zeitungen „Kathimerini“ und „To Vima“ übereinstimmend.

Bis Anfang September untersucht die sogenannte Troika aus EU, IWF und EZB die jüngsten Sparbemühungen. Danach kann die nächste Tranche der Griechenlandhilfe in Höhe von acht Milliarden Euro bis Ende September ausgezahlt werden.