Messe

Schöner daddeln und ego-shooten auf der Gamescom

In Köln beginnt Europas größte Spielemesse. Die Gamescom zeigt, wie gut es der Branche geht. Sogar das Arbeitsamt ist präsent.

Foto: dpa / dpa/DPA

Der Videospiele-Markt steht vor einem Wandel, der sachte begonnen hat, aber nicht mehr zu übersehen ist: Der Trend geht weg vom reinen Konsolenspiel hin zum Online-Game. Nirgends ist das besser zu beobachten als auf der der Gamescom, Europas größter Computerspielemesse.

Die Schau öffnet am 17. August in Köln ihre Türen zunächst für Fachbesucher, vom 18. - 20. August steht sie allen offen. Das Wachstum des deutschen Markets zeigt sich bereits den Zahlen der Aussteller: 550 Hersteller zeigen in diesem Jahr ihre Produkte, rund zehn Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Mehr als 250.000 Besucher erwarten die Veranstalter.

An den Ständen wird den Messebesuchern auffallen, dass die Branche ihre Marschrichtung an das Konsumverhalten anpasst: Wurden vor einigen Jahren lediglich Spiele verkauft, bieten die Unternehmen heute immer mehr kostenlose, dafür aber im Unfang beschränkte Games an. Extraspaß durch Zusatzzubehör oder durch das Freischalten von neuen Spielwelten kostet dann eine – meist geringe – Gebühr. Durchgesetzt haben sich auch Abo-Modelle wie bei „World of Warcraft“.

Im Geschäftsbericht des Branchenverbands BIU haben diese sogenannten digitalen Games – also Abonnements, Premium Accounts und der Verkauf virtueller Spielegüter – ein sattes Umsatzplus gebracht. Die Hersteller nahmen in dieser Sparte in den ersten sechs Monaten rund 154 Millionen Euro ein, eine Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das Kerngeschäft allerdings bleibt der Verkauf von Datenträgern oder Downloads kompletter Spiele. Allein damit hat die Branche rund 639 Millionen Euro im ersten Halbjahr umgesetzt. Damit ist der Branchenumsatz im ersten Halbjahr um ein Prozent auf 793 Millionen gewachsen, für das Gesamtjahr erwartet der Verband eine Steigerung von drei Prozent.

Auf der Gamescom zeigen die Hersteller nun, welche Produkte das Weihnachtsgeschäft ankurbeln sollen und lassen die Besucher die neuen Spiele schon einmal testen. Dabei stehen unzählige Welt- und Europapremieren auf dem Plan.

Spielefans können Blockbuster wie die Fußballsimulation „Fifa 2012“ oder den Ego-Shooter „Call of Duty Modern Warfare 3“ erproben, aber genauso das Action-Abenteuer „Assasins Creed Revelations“ oder das Fantasy-Rollenspiel „Diablo 3“ austesten. Neben der reinen Software zeigen einige Konzerne auch die neueste Technik, beispielsweise bringt Sony die mobile Konsole Vita mit und LG zeigt einen Fernseher, der 3-D-Schauen ohne Brille ermöglicht.

Auch im Spielebereich ist die dritte Dimension ein immer größeres Thema. „In vielen Wohnzimmern wird bald auf diese Weise gespielt werden“, sagt Olaf Wolters, BIU-Geschäftsführer. Doch nicht nur das Angebot der Gamescon entwickelt sich, auch die Messe wird immer internationaler. Mit Sega und Capcom kehren zwei namhafte Hersteller zurück auf die Schau, insgesamt liegt der Anteil ausländischer Hersteller nun bei 50 Prozent.

Das zeigt die zunehmende Bedeutung des deutschen Marktes. Das rasante Wachstum stellt die Unternehmen aber auch vor ein Problem: „Wir suchen dringend Fachkräfte“, so Wolters. Aus diesem Grund hat auch das Arbeitsamt einen Stand auf der Messe. Wer also nicht nur die Erde vor bösen Mächten schützen möchte, sondern auch an seine eigene Zukunft denkt, kann sich gleich über seine Jobaussichten informieren.