Euro-Krise

Ein Goldpfand ist das falsche Signal an die Märkte

Der Vorschlag, Griechenland müsse für die Hilfsmilliarden seine Goldbestände verpfänden, könnte mehr schaden als nützen. Er erzeugt Misstrauen.

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Ursula von der Leyen gilt als Politikerin mit Gespür für Stimmungslagen. Mit ihrem Vorstoß, Griechenland solle im Gegenzug für deutsche Hilfszahlungen seine Goldbestände und Unternehmensbeteiligungen verpfänden , trifft sie einen Nerv in der schwarz-gelben Koalition und in der breiten Öffentlichkeit.

Angesichts der gewaltigen Verpflichtungen, die Deutschland eingeht, ist vielen Abgeordneten mulmig. Das ist verständlich – und dennoch ist der Vorschlag hasenfüßig.

Deutschland ist nicht allein mit seiner Furcht, die Rettungsmilliarden könnten verloren sein. Finnland, die Niederlande und Österreich brachten sogar ein Pfandkonto ins Gespräch:

Griechenland müsste einen Teil der Kredite, die es aus dem Rettungsschirm erhält, gleich auf das Pfandkonto überweisen. Letztlich würde Deutschland für die Beiträge der anderen Helfer haften.

Die Lösung kann nicht darin bestehen, dass alle Länder Sicherheiten für sich reklamieren. Zunächst hat Griechenland soviel gar nicht zu verpfänden, der Staatsbesitz ist in einem Privatisierungsprogramm verplant. Vor allem aber führen Sicherheiten für alle Retter den Rettungsschirm ad absurdum.

Er ist darauf angelegt, Griechenland zu stabilisieren. Athen soll Zeit verschafft werden für Reformen, die Finanzmärkte sollen beruhigt werden. Das Sicherheitsdenken aber würde ihnen das Signal geben:

Die Staaten trauen ihren Rettungsplänen nicht. Ein solches Signal ist nicht geeignet, Vertrauen in die Euro-Zone zu schaffen. Wer von seinem eigenen Rettungskonstrukt so wenig überzeugt ist, sollte besser gleich darauf verzichten.