Umweltliste

Japanische Autohersteller sind die Öko-Sieger

Der Verkehrsclub Deutschland hat seine Umwelt-Bestenliste vorgelegt. Der Toyota Prius musste seinen Spitzenplatz abgeben. Nur ein deutsches Auto schaffte es in die Top Ten.

Toyota und Honda bauen die umweltfreundlichsten Autos, die auf dem deutschen Markt erhältlich sind. Zumindest nach der Definition des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Denn auf Platz eins seiner "Auto-Umweltliste 2011/12" sieht der Club den Lexus CT 200h, ein Kompaktmodell der Toyota-Luxusmarke Lexus. Auf Platz zwei folgt der Toyota Prius, der das Ranking in den drei letzten Jahren gewonnen hatte. Dahinter stehen zwei weitere Toyota-Modelle, darunter mit dem Auris Hybrid ein weiteres Fahrzeug, das von einer Kombination aus Benzin- und Elektromotor angetrieben wird.

Die Honda-Hybride Insight und Jazz folgen auf Platz fünf und sechs. Platz sieben belegt der VW Polo 1.2 TDI Blue Motion. Er ist damit das einzige Fahrzeug eines deutschen Herstellers, das es in die Top-Ten des Verkehrsclubs geschafft hat.

Wichtigster Faktor für das Abschneiden eines Autos im VCD-Ranking ist der CO 2 -Ausstoß, er fließt zu 60 Prozent ein. Damit werden sparsame Fahrzeuge belohnt, da Verbrauch und Emission von Kohlendioxid proportional zueinander sind. Weitere Kriterien sind Geräuschentwicklung, die Emission weiterer Schadstoffe sowie die Belastung der Natur über den Lebenszyklus des Autos.

Die weiteren Plätze in den Top-Ten des VCD belegen Kleinwagen der Hersteller Kia, Nissan und Suzuki. „Wir würden uns in der Liste wieder etwas mehr Konkurrenz wünschen“, kommentierte Gerd Lottsiepen, der verkehrspolitische Sprecher des Clubs, die asiatische Dominanz auf den vorderen Plätzen des Rankings, „gerade auch von den deutschen Herstellern“.

Die verdienen ihr Geld jedoch vor allem mit größeren und stärkeren Fahrzeugen, was ihnen beim Verbrauch Nachteile gegenüber den meist kleinen und leichten Wagen verschafft, die die Liste des VCD dominieren. „Die deutsche Automobilindustrie kommt mit ihren kraftstoffeffizienten Modellen schneller voran als der Gesamtmarkt“, konterte der Verband der Automobilindustrie (VdA), in dem die einheimischen Autobauer organisiert sind. So sei der Verbrauch in Deutschland zugelassener Wagen deutscher Hersteller innerhalb eines Jahres um fünf Prozent gesunken.

Besser als in den Gesamt-Top-Ten schneiden die deutschen Modelle in den Einzelrankings des Verkehrsclub ab. So konnte beim reinen CO 2 -Ausstoß der Smart Fortwo cdi mit 86 Gramm je Kilometer die Modelle von Toyota auf die Plätze verweisen. Platz zwei teilt sich der Blue-Motion-VW-Polo mit dem Lexus. Und bei den Siebensitzern befinden sich unter fünf gelisteten Fahrzeugen gleich drei Varianten des VW Touran.

Insgesamt lag der CO 2 -Ausstoß der 2010 in Deutschland verkauften Autos durchschnittlich bei 151 Gramm je Kilometer. Lottsiepen forderte deshalb die Hersteller auf, ihre Anstrengungen zu forcieren: „50 Prozent Effizienzsteigerung im motorisierten Individualverkehr ist allein durch eine konsequente Effizienzsteigerung möglich.“

Im Elektroauto sieht der VCD dagegen nicht die Lösung der Umweltprobleme – zumindest nicht auf kurze Sicht: hohe Kaufpreise und geringe Reichweiten machten Stromer für Privatleute auf absehbare Zeit wenig sinnvoll, so Lottsiepen. Derzeit seien sie eher für Flottenkunden interessant.