Banken in Geldnot

Wenn die Angst zu groß wird, kommt die Katastrophe

Banken sind von den aktuellen Kursstürzen besonders betroffen. Kritisch wird es, wenn sie kein frisches Geld mehr beschaffen können.

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Dass Banktitel seit Wochen immer weiter ins Bodenlose fallen , ist gewiss schockierend. Doch für sich genommen ist es noch keine Katastrophe. In den Achterbahnfahrten der Börsenkurse zeigt sich die geballte Nervosität der Investoren: Sie haben Angst vor einer Verschärfung der Krisen in der westlichen Welt.

Dass diese Sorgen ausgerechnet die Banken so stark treffen, ist kein Wunder: Schließlich würden sie härter als andere Branchen getroffen, wenn es zu einer weiteren Zuspitzung kommt. Und das gleich doppelt: Einerseits zeigt sich in ihren Büchern ein Abschwächen der Konjunktur sehr schnell, andererseits müssen sie im Falle einer Staatspleite oder einer Umschuldung mit direkten Verlusten rechnen. Denn schlummern in ihren Büchern jede Menge Staatsanleihen.

So lange sich die Unsicherheit der Investoren vor allem in den Aktienkursen widerspiegelt, können die Banken eigentlich noch froh sein. Zur Katastrophe wird die Situation dann, wenn die Angst so groß wird, dass sich Banken kein frisches Geld mehr besorgen können – weder untereinander, noch am Markt.

Erste Anzeichen dafür gibt es bereits. Immer mehr Banken lagern ihr Geld bei der EZB ein, anstatt es sich gegenseitig zu leihen. Wenn die Politik nicht sehenden Auges in die nächste Bankenkrise schlittern will, muss sie schnell handeln.

Europa muss sein Schuldenproblem lösen, bevor der Geldkreislauf zum Erliegen kommt und die ganze Wirtschaft lähmt. Die Politik wird ihre blumigen Sparversprechungen rasch mit konkreten Maßnahmen unterlegen müssen, um ihre Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.