Ex-Deutsche-Bank-Chef

Prozess gegen Rolf Breuer wird ausgesetzt

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Die Verteidigung des Ex-Chefs der Deutschen Bank hat für eine Unterbrechung des Verfahrens gesorgt. Rolf Breuer steht wegen Betrugs vor Gericht.

Der Prozess gegen den ehemaligen Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Rolf Breuer wegen versuchten Betrugs vor dem Münchner Landgericht ist unmittelbar nach der Eröffnung ausgesetzt worden.

Die Verteidigung hatte eine Unterbrechung beantragt, da sie nicht fristgerecht über die Besetzung des Gerichts informiert wurde, wie Richter Anton Winkler sagte. Zudem gebe es wegen der Urlaubszeit Probleme bei der Besetzung des Gerichts mit Schöffen, begründete Winkler die Entscheidung.

Die Anklage wirft dem Banker vor , 2003 in einem Zivilverfahren um milliardenschweren Schadenersatz für den Zusammenbruch des Kirch-Konzerns vor dem Oberlandesgericht München die Unwahrheit gesagt zu haben. Damit ist die lange und unübersichtliche Geschichte der Verfahren in Folge der Kirch-Pleite um ein Kapitel reicher. Breuer weist die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück.

Die Anklage geht davon aus, dass Breuer vor Gericht über die Umstände eines Interviews falsche Angaben gemacht habe. In dem Gespräch hatte er Anfang 2002 Wochen vor dem Untergang der weit verzweigten Unternehmensgruppe die Kreditwürdigkeit Kirchs angezweifelt hatte.

Breuer hatte 2003 vor Gericht ausgesagt, er habe seine Kenntnisse über die finanzielle Lage des Konzerns nur aus den Medien gewonnen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Breuer auch aus internen Unterlagen informiert war.

Kirch, der am 14. Juli gestorben ist , warf Breuer und der Bank zeitlebens vor, den Untergang seines Konzerns verursacht zu haben. Vor allem das Interview, das Breuer Wochen vor dem dramatischen Untergang der Kirch-Gruppe gegeben hat, steht dabei im Mittelpunkt und ist auch Thema etlicher Zivilverfahren – eins läuft derzeit vor dem Oberlandesgericht München, ein weiteres ist anhängig.

In dem Strafverfahren sind bisher vier Verhandlungstage angesetzt. Breuer weist die Vorwürfe zurück. Dem Ex-Manager drohen im Fall einer Verurteilung eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Haft.