Fünf Prozent mehr

Erfurt führt zum Januar Bettensteuer ein

Mehr als 550 Millionen Euro brutto erwirtschaftet die Tourismusbranche in Erfurt. Ab 1. Januar wird hier die Übernachtung teurer.

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Die Landeshauptstadt Erfurt führt zum neuen Jahr eine Bettensteuer ein. Die Satzung für die sogenannte Kulturförderabgabe werde am 31. Dezember im Amtsblatt veröffentlicht und trete damit zum 1. Januar in Kraft, sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung.

Das Landesverwaltungsamt habe die Satzung bestätigt. Die Abgabe soll auf alle Übernachtungen erhoben werden und fünf Prozent des Übernachtungspreises betragen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) kritisierte, damit werde Schaden für den Tourismus in Erfurt billigend in Kauf genommen.

Den Hoteliers werde eine Umsetzungsfrist von nicht einmal 24 Stunden am Silvestertag gewährt. „Die Art und Weise, wie die Stadt Erfurt und ihr Oberbürgermeister mit der Sache selbst und den Beherbergungsbetrieben der Stadt umgehen, ist tourismusschädigend und ignorant“, kritisierte Dehoga-Landesgeschäftsführer Dirk Ellinger.

Ein Inkrafttreten der Satzung könne der Verband unter den gegebenen Bedingungen scheinbar nicht mehr verhindern. Dennoch wolle er einen Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz und Normenkontrolle beim Oberverwaltungsgericht Weimar stellen.

Zu den Hauptsehenswürdigkeiten zählt die Erfurter Altstadt mit Dom und Severikirche, Krämerbrücke, Augustinerkloster und der Alten Synagoge Erfurt ( www.erfurt-tourismus.de ). Pro Jahr halten sich mindestens 11,2 Millionen Gäste in Erfurt auf und bescheren der Tourismuswirtschaft 550 Millionen Euro brutto: Im Durchschnitt werden von jedem Gast pro Aufenthaltstag rund 45,20 Euro ausgegeben – Übernachtungsgäste lassen rund 182 Euro pro Tag in der Thüringer Landeshauptstadt, Tagesreisenden im Durchschnitt 36,90.

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