Umbau bei Qantas

Australische Airline plant neues Billigangebot

Qantas konzentriert sich zunehmend auf den asiatischen Markt. Der Konzern plant neue Fluggesellschaften und will die Flotte modernisieren.

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Die australische Fluggesellschaft Qantas startet den größten Umbau ihrer Unternehmensgeschichte. Die Airline will ihr rote Zahlen schreibendes internationales Geschäft neu aufstellen und sich auf den asiatischen Markt konzentrieren.

Dieser gilt als am stärksten wachsender Luftfahrtmarkt der Welt. Der Branchenprimus auf dem fünften Kontinent kündigte an, zwei neue Gesellschaften zu gründen, darunter eine im Premium-Segment. In Kooperation mit Japan Airlines und Mitsubishi baut Qantas zudem einen Billigflieger auf.

Zur Grundüberholung gehört auch eine milliardenschwere Flottenerweiterung. Für neun Milliarden Dollar bestellt Qantas bis zu 110 Maschinen des europäischen Herstellers Airbus EADS aus der A320-Baureihe – mehr als zwei Drittel von der treibstoffsparenden Neo-Version.

1000 Stellen sollen gestrichen werden

Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit gehört auch die Streichung von bis zu 1000 Stellen. Dies rief bereits die australische Regierung und Gewerkschaften auf den Plan, die gegen die Vorhaben vorgehen wollen.

„Nichts zu tun oder nur Flickwerk anzubieten, würde nur das Ende von Qantas International auf unserem Heimatmarkt garantieren. Das wäre eine Katastrophe“, sagte Qantas-Chef Alan Joyce. Seit der irischstämmige Joyce den Hut bei den Australiern auf hat, sind die Kosten, Flugrouten und Stellenzahl deutlich zurückgefahren worden.

Lange konzentrierte sich Qantas auf die Entwicklung der Billig-Tochter Jetstar.Die Zukunft des Konzerns hänge von einer Neuaufstellung des internationalen Geschäfts ab, sagte Joyce. „Unsere Kosten liegen rund 20 Prozent höher als die unserer wichtigsten Wettbewerber“, erklärte er.

Nach Iata-Schätzungen wird Asien im laufenden Jahr für mehr als die Hälfte der weltweiten Gewinne im Airline-Geschäft stehen. Die neue Premium-Fluggesellschaft von Qantas soll im kommenden Jahr ihren Betrieb aufnehmen.

Qantas muss mit Gegenwehr rechnen

Als Standort kommen laut Qantas Kuala Lumpur und Singapur in Betracht. Die Australier wollen nach eigenen Angaben nicht die Mehrheit an dem Unternehmen halten. Eine Kooperation mit Malaysias AirAsia scheint wegen bereits existierender Beziehungen wahrscheinlich.

Die Qantas-Aktie schloss mit leichten Verlusten von 0,3 Prozent. Analyst Jason Teh von Investors Mutual sagte, das internationale Luftverkehrsgeschäft sei zyklischer und die Konkurrenz größer.

Die in den 90er Jahren privatisierte Qantas muss bei ihren Umbauplänen mit Gegenwehr rechnen. Verkehrsminister Anthony Albanese kündigte an, die Vorhaben darauf zu prüfen, ob Privatisierungsrichtlinien gebrochen werden.

Auch die Gewerkschaften erwägen Schritte gegen die Airline. Dabei geht es um den geplanten Abbau von 1000 der derzeit rund 32.000 Stellen. Davon sollen auch rund 200 Piloten betroffen sein. Qantas gehört gemeinsam mit British Airways und American Airlines zur Luftfahrtallianz „Oneworld“, zu der auch Lufthansa-Konkurrent Air Berlin stoßen möchte.