Zwölf-Milliarden-Deal

Google kauft Handysparte von Motorola

Der Internetriese Google expandiert ins Handygeschäft: Für 12,5 Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro) übernimmt der Konzern die traditionsreiche Handysparte von Mobilfunk-Pionier Motorola.

Foto: AFP

Paukenschlag in der Mobilfunk- und Internet-Branche: Google verleibt sich für 12,5 Milliarden Dollar den Handy-Hersteller Motorola ein. Mit dem bisher größten Zukauf seiner Konzerngeschichte will Google die Verbreitung des hauseigenen Handy- und Tablet-Betriebssystems Android voranbringen. Das Geschäft des US-Handyherstellers Motorola Mobility werde separat weitergeführt, erklärte Google am Montag. Der weltgrößte Suchmaschinenbetreiber hat sich mit Android zwar auch auf dem Smartphone-Markt etabliert, der Mangel an Patenten hat einen Durchbruch in dem Wachstumssegment bisher aber behindert. Zuletzt war Google bei der Versteigerung von Patenten des insolventen Nortel-Konzerns leerausgegangen.

Wie Rivale Apple wolle Google den Kunden einen Hard- und Software umfassenden Service bieten, sagte BGC-Partners-Analyst Colin Gillis zur Motivation des fast beispiellos expandierenden Internetkonzerns Google. Motorola Mobility ist vor allem auf Smartphones spezialisiert und bringt darin traditionell Googles Android-Software zum Einsatz.

„Das überzeugende Engagement von Motorola Mobility bei Android hat dazu geführt, dass unsere Unternehmen gut zusammenpassen“, erklärte Google-Chef Larry Page. Gemeinsam solle das Android-System ausgebaut werden, wovon sowohl Kunden als auch Partner und Entwickler profitieren könnten. Das Betriebssystem selbst solle offen bleiben, betonte Google.

Die Übernahme soll bis Ende des Jahres oder Anfang 2012 über die Bühne gehen, wie die beiden Unternehmen weiter mitteilten. Je Aktie würden 40 Dollar in bar gezahlt. Google lässt sich die Übernahme des langjährigen Partners Motorola Mobility einiges kosten: Der Kaufpreis entspricht einem Aufschlag von 63 Prozent auf den Motorola-Schlusskurs vom Freitag. Google zeigte sich zuversichtlich, dass die Wettbewerbsbehörden das Geschäft genehmigen werden.

Die in New York notierte Aktie schnellte vorbörslich um 60 Prozent in die Höhe. Google-Papiere gaben 2,8 Prozent nach. Die Google-Aktie in Frankfurt lag nach Bekanntgabe des Kaufs mit 3,9 Prozent im Minus. Das Betriebssystem Android bleibe weiterhin offen.