63 Millionen Euro

Berliner Firma Solon weitet Verlust aus

Der Verlust des hoch verschuldeten Berliner Solarmodulherstellers Solon weitet sich im ersten Halbjahr 2011 auf 63 Millionen Euro aus. Und diese satten Umsatzeinbußen wird die Firma bis zum Jahresende nicht ausgleichen zu können.

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Der Berliner Solarmodulhersteller Solon leidet weiter unter schwacher Nachfrage auf seinen wichtigsten Absatzmärkten Deutschland und Italien. Im ersten Halbjahr weitete sich der Verlust des Unternehmens auf 63 Millionen Euro aus - nach 10 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Wie die Solon SE am Mittwoch mitteilte, sank der Umsatz um 8 Prozent auf 222 Millionen Euro.

Trotz derzeit spürbarer Belebung der Inlandsnachfrage blieb Solon bei seiner Jahresprognose eines Umsatzes von rund 500 Millionen Euro und einem „deutlichen Verlust“ beim Betriebs- und Nettoergebnis. Man erwarte nicht, die Umsatzeinbußen des ersten Halbjahres bis zum Jahresende ausgleichen zu können, hieß es in der Zwischenbilanz.

In den ersten sechs Monaten lag das Betriebsergebnis bei minus 33 Millionen Euro. In gleicher Höhe negativ fiel das Finanzergebnis aus. Verantwortlich dafür waren außer gestiegenen Zinszahlungen die Insolvenz der österreichischen Firma Blue Chip Energy, an der Solon zu 18,3 Prozent beteiligt ist. Dafür schrieb Solon 18 Millionen Euro ab. Zur Jahresmitte hatte Solon 805 Mitarbeiter, 107 weniger als Ende 2010.

Solon war durch wachsende Konkurrenz aus Asien und hohe Produktionskosten bereits 2009 in eine Krise geraten. Zurzeit versucht die Aktiengesellschaft, mit Hilfe der Managementberatung Alvarez & Marsal ihre Kosten zu senken. Dazu seien „Potenziale in zweistelliger Millionenhöhe identifiziert“ worden, berichtete Solon. Außerdem verhandelt der Konzern mit Banken darum, einen Großkredit über 275 Millionen Euro zu verlängern. Davon sind durch eine Ausfallbürgschaft des Bundes und der Länder Berlin und Mecklenburg-Vorpommern bislang 146 Millionen Euro gedeckt.