Aussicht 2011

Berliner Firma Solon erwartet deutlichen Verlust

Der hoch verschuldete Berliner Solarkonzern Solon gerät durch die anhaltend schwache Nachfrage in Deutschland und Italien weiter unter Druck. Der Vorstand kappte am Dienstag zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Ziele für 2011.

Foto: dpa / dpa/DPA

Die Ankündigung eines erneuten Verlustes bei der hochverschuldeten Solarfirma Solon lässt eine Einigung mit den Banken in weite Ferne rücken. Seit Mai verhandle der Vorstand mit dem Konsortium unter Führung der Deutschen Bank über eine Kreditverlängerung, sagte eine Firmensprecherin am Dienstag. Eine Einigung erwarte der Vorstand aber erst im Abschlussquartal. Zuvor hatte die einstige Vorzeigefirma aus Berlin ihre Ziele für 2011 zum zweiten Mal in diesem Jahr gekappt und erwartet nun einen herben Umsatzrückgang auf rund 500 (620) Millionen Euro und „deutliche“ Verluste. Neben den Sanierungs- und Kreditkosten setzt Solon das schwache Geschäft in Deutschland und Italien zu.

Eine Gewinnwarnung hatte Solon-Anleger am Dienstagvormittag schwarz sehen lassen. Die Titel sackten in der Spitze um 15,77 Prozent auf ein Rekordtief von 1,81 Euro ab und gehörten damit zu den größten Xetra-Verlierern.

Erst am Tag zuvor hatte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Hersteller Solon besucht. Die Firma feierte die Fertigung von Solarmodulen mit einer Gesamtleistung von einem Gigawatt.

Der mit über 400 Millionen Euro verschuldete Solarmodulhersteller ringt wegen des Preisverfalls schon seit längerem ums Überleben. Zur Absicherung seines Restrukturierungsprogramms und der Bankenkredite erhielt Solon 2010 eine kombinierte Ausfallbürgschaft des Bundes sowie der Länder Berlin und Mecklenburg-Vorpommern über 146 Millionen Euro. Ende 2011 wird ein Kredit über 275 Millionen Euro fällig, den ein Konsortium aus acht Banken – neben der Deutschen Bank auch die Commerzbank – gewährte.

Wie das Unternehmen in seinem Geschäftsbericht des vergangenen Jahres mitteilte, droht bei einer Verfehlung der im Konsortialvertrag vereinbarten Kennzahlen ein höherer Finanzierungszins. Bei einer Kündigung der Kredite müsse mit einer Insolvenz gerechnet werden.

Schulden und Sanierungskosten hatten Solon bereits 2010 trotz des Branchenbooms einen Nettoverlust von knapp 20 Millionen Euro eingebrockt. Das Ebit erreichte mit 0,4 Millionen Euro knapp die Gewinnzone. Für das laufende Jahr hatte der Vorstandschef Stefan Säuberlich zunächst Besserung gelobt: Das Ebit sollte positiv und das Nettoergebnis ausgeglichen ausfallen, der Umsatz sollte um einen zweistelligen Prozentsatz steigen.