Modekette

H&M will erstmals Betriebsrat in Berlin auflösen

Die Modekette H&M zieht gegen den Betriebsrat der Filiale in der Friedrichstraße vor Gericht. Dessen Mitglieder sollen Dienstplänen nicht zugestimmt haben, nun will H&M das Gremium auflösen.

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Die Textilhandelskette H&M will den Betriebsrat einer Filiale in Berlin auflösen. Wie das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg am Dienstag mitteilte, verhandeln die Richter über den Fall am Dienstag kommender Woche.

H&M werfe der fünfköpfigen Arbeitnehmervertretung einer Niederlassung an der Friedrichstraße vor, rechtsmissbräuchlich Dienstplänen nicht zugestimmt zu haben. Das Gremium habe damit seine Pflichten nach dem Betriebsverfassungsgesetz grob verletzt. In dem Geschäft arbeiten 63 Menschen.

H&M (Hennes & Mauritz) hat in Berlin 28 Filialen. Beim Landesarbeitsgericht ist es nach Auskunft eines Sprechers der erste derartige Antrag des Unternehmens. (Aktenzeichen 34 BV 9857/11).

H&M teilte mit, gegen grobe Pflichtverstöße müsse man gewissenhaft vorgehen. Ins Detail ging ein Sprecher aber nicht. Die gemeinsame Arbeit von H&M und dem Gesamtbetriebsrat sei „in der Regel konstruktiv und vertrauensvoll und so für beide Seiten von Vorteil“, hob er hervor. Mit dem generellen Engagement der Betroffenen als Betriebsräte habe das Verfahren nichts zu tun.