Extreme Ausschläge

Dax zeitweise mit Rekordabsturz

Auf dem Börsenparkett liegen die Nerven blank. Die Kurse schlagen extrem aus. So verbuchte der Dax zweitweise einen der größten Tagesverluste seiner Geschichte, konnte sich dann aber wieder weitgehend erholen.

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Ein nervöses Auf und Ab der Aktienkurse hat die europäischen Börsen am Dienstag phasenweise an den Rand eines Börsencrashs getrieben. Der Dax brach zeitweise um bis zu 7,1 Prozent ein. Das war der stärkste Kursrückgang seit den Turbulenzen rund um die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008.

Nach dem Mittag zeigte sich der deutsche Leitindex dann wieder auf Erholungskurs, stand am Nachmittag sogar zeitweise im Plus und notierte dann aber rund einen Prozent tiefer als am Vortag.

Damit steht der Dax nun schon den zehnten Handelstag in Folge im Minus – und war nicht mehr weit entfernt von einem Crash. Von einem Börsencrash wird gesprochen, wenn die Aktienkurse binnen weniger Tage um mindestens 20 Prozent einbrechen oder an einem Tag um zehn Prozent. Die Börse in Frankfurt am Main verzeichnete binnen einer Woche Kursverluste von 17 Prozent.

Ein wenig Hoffnung auf ein Ende der Talfahrt machte am Nachmittag die New Yorker Börse. Der Dow Jones startete mit einem Plus von 0,6 Prozent in den Handel. Er hatte am Vortag bis Börsenschluss um 5,6 Prozent verloren und war auf 10.810 Punkte gerutscht – unter die wichtige Marke von 11.000 Zählern.

Nervösität an Europas Börsen

Nervös zeigte sich auch die Börse in London: Nach einem Start mit 0,6 Prozent im Minus berappelte sich der FTSE-100-Index und drehte leicht ins Plus, verlor dann bis Mittag und notierte am Nachmittag mit 0,1 Prozent wieder leicht im Plus. Die Börse in Madrid startete mit einem Plus von 1,1 Prozent, dann verlor der Leitindex Ibex-35 aber bis Mittag wieder deutlich, bevor er am Nachmittag bei minus 0,2 Prozent notierte.

Auch an den Börsen in Paris und Mailand legten die Indizes zum Handelsstart leicht zu. Der französische CAC-40 gewann 1,2 Prozent, in Mailand legte der Leitindex FTSE Mib sogar um 2,4 Prozent zu. Am Nachmittag notierten beide Börsen nach einem zwischenzeitlichen Minus wieder im Plus, Paris mit 0,7 Prozent und Mailand mit 0,3 Prozent.

Asiens Börsen auf Crash-Kurs

In Asien entkamen die Börsen nur knapp einem Crash: Nach einem turbulenten Handel mit zum Teil massiven Kursstürzen hielten sich die Verluste letztendlich in Grenzen. Die Börse in Hongkong schloss mit minus 5,7 Prozent, der japanische Nikkei-Index notierte mit 1,7 Prozent im Minus, nachdem die Kurse zeitweilig um bis zu fünf Prozent nachgegeben hatten. Die Börse in Seoul schloss mit einem Minus von 3,6 Prozent. Dort waren die Kurse zwischenzeitlich um fast zehn Prozent abgestürzt. Einzig die Börse in Sydney schloss mit 1,2 Prozent im Plus.