Börse

Dax stürzt unter 6.000 Punkte

Am Montagmorgen sah die Börsenwelt wider Erwarten recht freundlich aus. Doch dann erfasste die Händler am deutschen Aktienmarkt doch noch Panik. Der Dax verlor rund fünf Prozent und riss erstmals seit einem Jahr wieder die 6000-er-Marke.

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Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt: Der Dax ist unter dem Eindruck einer schwachen Wall Street am Montagnachmittag immer weiter gefallen und hat dabei die 6000-Punkte-Marke gerissen – erstmals seit Anfang September 2010 wieder. Zu Börsenschluss in Frankfurt notierte der deutsche Aktien-Leitindex bei 5.923 Punkten und büßte damit nochmals gut fünf Prozent ein.

Noch härter nach unten ging es im MDax, der 6,52 Prozent verlor und auf 8539,42 Punkte absackte. Der TecDax ging mit 5,33 Prozent auf 679,51 Punkte in die Knie.

Nach der Abstufung des US-Kreditratings durch die Ratingagentur Standard & Poor's am Freitag war für den Montag ein regelrechter Börsencrash erwartet worden. Doch die Frankfurter Börse startete mit deutlich geringeren Verlusten in den Handel und verzeichnete zeitweise sogar Gewinne. Stützend wirkte zunächst die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), Anleihen aus der Eurozone aufzukaufen.

Noch am Vormittag kippte die Stimmung dann aber und beschleunigte im Tagesverlauf seine Verluste. Ein schwacher Handelsauftakt an der Wall Street setzte den deutschen Leitindex nochmals unter Druck. Er erreichte sein Tagestief bei 5911 Punkten.

Für den schlechten Start in New York verantwortlich gemacht wurde am Markt eine zusätzliche Abstufung von Kreditgebern, die mit der US-Regierung in Verbindung stehen. Demnach hat S&P die beiden mit staatlichen Geldern geretteten Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac abgestuft. Zuvor hatten sich Börsianer von der Abstufung des US-Kreditratings seitens der Ratingagentur S&P nicht sonderlich überrascht gezeigt.

Dass der Dax stärker als die meisten europäischen Indizes verliert, führten Händler vor allem auf die Favoritenrolle des Dax in den letzten Monaten zurück. So liegt der Dax bislang erst 14 Prozent unter dem Vorjahresschluss, während der Schweizer SMI schon 22 Prozent niedriger liegt. Der spanische Ibex und der italienische Mib – beide lagen am Montag relativ moderate 1,5 bis zwei Prozent im Minus – verloren seit Jahresbeginn über 20 Prozent. Die großen US-Indizes Dow-Jones-Index, S&P500 und Nasdaq-Composite notieren vier bis acht Prozent unter dem Vorjahresschluss.