Zusatzhonorar

Ermittlung gegen Ex-Quelle-Manager wegen Untreue

Mit einem unermüdlichen Einsatz bei der Suche nach Investoren für den Quelle-Versand begründet ein Manager Zusatzhonorare.

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Die Nürnberger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Untreue gegen eine ehemalige Führungskraft des insolventen Versandhändlers Quelle.

"Mitte 2010 wurde im Auftrag des Insolvenzverwalters Anzeige erstattet gegen einen ehemaligen Manager des Quelle-Konzerns ", bestätigte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Antje Gabriels-Gorsolke, einen entsprechenden Bericht des "Spiegel".

Der Geschäftsführer eines Schweizer Tochterunternehmens soll sich Ende 2009 Zusatzhonorare im unteren sechsstelligen Bereich genehmigt haben. Laut "Spiegel" handelt es sich dabei um 200.000 Euro, die der Präsident des Verwaltungsrats der Quelle Schweiz sich rechtswidrig über Bonuszahlungen und Honorare habe zukommen lassen – zu einem Zeitpunkt, als der Fürther Konzern schon insolvent war.

Begründet wurden die Zahlungen mit einem 24-stündigem Einsatz bei der Suche nach einem Investor für den Versandhändler. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will erst im März 2010 von den Zahlungen erfahren haben.

Der Anwalt des Managers bestreitet dem "Spiegel" zufolge rechtswidrige Handlungen: "Die Schweizer Verträge sahen Bonuszahlungen für meinen Mandanten vor. Diese Verträge waren unabhängig von der Insolvenz der Muttergesellschaft." Weitere Einzelheiten waren von der Staatsanwaltschaft zunächst nicht zu erhalten.