Nach Gerichtsstopp

Fluglotsen beraten über neuen Streik

Nach dem geplatzten Fluglotsenstreik ist der Betrieb an Deutschlands Flughäfen weitgehend normal angelaufen. Es kam dennoch zu Unregelmäßigkeiten, da einige Airlines Flüge vorverlegt hatten. Nun beraten die Fluglotsen ihr weiteres Vorgehen.

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Die Gewerkschaft der Fluglotsen GdF hat einen Streik für Donnerstag abgesagt.

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Trotz des kurzfristig abgesagten Fluglotsenstreiks ist es am Donnerstag an den Flughäfen am Morgen zu Unregelmäßigkeiten. Mehrere Fluggesellschaften hatten eigenen Angaben zufolge in Erwartung des Streiks Flüge vorverlegt.

So kündigte Air Berlin den Start von elf Maschinen bereits für 5.30 Uhr und damit vor dem ursprünglich für 6 Uhr geplanten Streikbeginn an. Betroffen davon waren Flüge aus München, Köln, Hamburg, Stuttgart und Berlin-Tegel zu verschiedenen spanischen Ferienzielen. Condor legte 18 Flüge vor.

Betroffen waren dort unter anderem Verbindungen von und nach Spanien und Griechenland. Auch TUIfly plante, fünf Flieger am Morgen früher abheben zu lassen. Lufthansa und Germanwings kündigten an, die ursprünglichen Abflugzeiten beizubehalten.

Kein neuer Streik in dieser Woche

Nach dem geplatzten Streik wollen die Fluglotsen nun ihr weiteres Vorgehen beraten. Mögliche neue Streiktermine seien vorgeplant, sagte das Vorstandsmitglied der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF), Markus Siebers, nach dem Verhandlungsmarathon vor den Gerichten. Einen Streikbeschluss noch für diese Woche halte er aber für sehr unwahrscheinlich.

Am Mittwochabend hatte das Arbeitsgericht Frankfurt den geplanten Streik wegen rechtswidriger Tarifforderungen gestoppt. Richterin Renate Binding-Thiemann kritisierte, dass die GdF eine Vertretungsregelung aus dem Manteltarif ändern wollte. Die Regelung fiel aber unter die Friedenspflicht und darf nicht mit einem Arbeitskampf angegriffen werden.

Zu einer Berufungsverhandlung kam es nicht mehr. Gut neun Stunden vor dem geplanten Streikbeginn sagte die GdF den Arbeitskampf ab. Die GdF ließ die vom Gericht monierte Forderung für künftige Tarifverhandlungen fallen. Bei neuen Streikankündigungen sind wieder nun die gleichen rechtlichen Schritte möglich. Auch andere Streikziele könnten juristisch überprüft werden.

6,5 Prozent mehr Geld

Die 2600 Lotsen und anderen Tarifbeschäftigten der bundeseigenen Deutschen Flug-Sicherung (DFS) wollen ihre Forderungen nach 6,5 Prozent mehr Geld, aber vor allem nach mehr Einfluss im Unternehmen durchsetzen.

Die Streikdrohung der Fluglotsen hatte weltweit Fluggesellschaften und Flughäfen alarmiert. Während die Airlines am Mittwoch an Ersatzflugplänen für die angekündigten sechs Streikstunden am Donnerstag feilten, organisierten die Flughäfen zusätzliches Personal und Versorgungsmaterial für gestrandete Passagiere.

DFS-Personalchef Jens Bergmann kritisierte die Gewerkschaft: Sie habe mit ihrer späten Absage bereits immensen wirtschaftlichen Schaden angerichtet. Er forderte die GdF zu weiteren Verhandlungen auf.