Schuldenkrise

Nur ein fauler Kompromiss kann Amerika retten

Die US-Politik konnte den Staatsbankrott gerade noch abwenden. Aber es ist ein fauler Kompromiss, geschlossen von Politikern, die nur bis zur nächsten Wahl denken.

Das politische Amerika hat sich im Schuldenstreit doch noch als fähig erwiesen, Kompromisse zu finden. Der akut drohende Staatsbankrott wird wohl abgewendet werden. Das ist eine gute – und wichtige – Nachricht.

Allerdings ist der Kompromiss im Schuldenstreit, auf den sich Demokraten und Republikaner letztlich geeinigt haben, ein fauler. Amerikas Schuldenproblem wird durch ihn nur geringfügig gelindert.

Um kaum mehr als 40 Milliarden Dollar wird das jährliche Defizit zwischen 2012 und 2014 geschmälert – eine Summe, die bei einem Schuldenstand von schon jetzt mehr als 14.000 Milliarden Dollar lächerlich gering ist. Spürbar sinken soll die Neuverschuldung erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts.

Die Konjunkturdaten sind beängstigend schwach

Für Politiker, die nur bis zur nächsten Wahl denken, ist diese Vorgehensweise sinnvoll. Denn die neuesten Konjunkturdaten aus Amerika sind beängstigend schwach, ein harter Sparkurs der US-Bundesregierung könnte die größte Volkswirtschaft der Welt gar zu leicht in eine erneute Rezession schlittern lassen.

Mittel- und langfristig weitaus wichtiger ist jedoch, dass Amerikas Politik deutlich signalisiert: Wir sind willens und in der Lage, das Verschuldungsproblem in den Griff zu bekommen. Nur dann werden die USA der sichere Hafen für Anlegergeld aus aller Welt bleiben.

Und nur dann werden die Amerikaner sich weiter zu günstigen Konditionen verschulden können. Wenn sie auch jetzt noch weiter mit dem Sparen zögern, riskieren sie, in nicht allzu ferner Zukunft zu noch viel tieferen Einschnitten gezwungen zu sein, als sie heute auch nur diskutiert werden.