EU-Freizügigkeit

Rösler – "Grenzen wurden zu spät geöffnet"

Knapp zwei Monate nach Einführung der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit kritisiert Philipp Rösler, die Regelung habe für Deutschland bislang kaum Wirkung gezeigt.

Foto: Hans-Christian Plambeck

Die jüngste Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes hat nach Worten von Wirtschaftsminister Philipp Rösler nur sehr wenige neue Fachkräfte ins Land gelockt.

"Die seit Mai geltende Freizügigkeit im Verhältnis zu den EU-Beitrittsländern hat für Deutschland bislang kaum Wirkung gezeigt", sagte der FDP-Politiker dem "Hamburger Abendblatt". Die Grenzen seien zu spät geöffnet worden.

„Viele hoch qualifizierte Fachkräfte haben längst einen weiten Bogen um Deutschland gemacht“, kritisierte der Minister. Er verwies darauf, dass hierzulande allein im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich 140.000 Fachkräfte fehlten. Ab dem 1. Mai können Bürger aus acht EU-Beitrittsstaaten ohne Einschränkung zum Arbeiten nach Deutschland kommen.

Rösler forderte die Wirtschaft zugleich dazu auf, sich um Kindergartenplätze zu kümmern. Damit könnten Unternehmen sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, sagte er.