Quartalsergebnis

Siemens bleibt trotz Gewinneinbruchs auf Rekordkurs

Sonderkosten wie eine Vertragstrafe in Millionenhöhe belasten das Quartalsergebnis. Konzernchef Löscher bleibt aber bei seinem Ausblick.

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Zahlreiche Sonderlasten in Milliardenhöhe haben dem Münchener Technologiekonzern Siemens das Quartalsergebnis verhagelt. Der Gewinn nach Steuern brach im dritten Quartal binnen Jahresfrist um zwei Drittel auf 501 Millionen Euro ein, wie Siemens mitteilte. Der Umsatz stieg vor allem wegen Währungseffekten lediglich um zwei Prozent auf 17,84 Milliarden Euro.

Der Auftragseingang legte dank der Bestellung der neuen ICE-Generation durch die Deutsche Bahn um ein Fünftel auf knapp 23 Milliarden Euro zu. Ohne die 3,7 Milliarden Euro schwere Auftragstranche wäre das Volumen der Neuaufträge allerdings zurückgegangen.

Der Gewinn blieb überschattet von der Vertragsstrafe für den Ausstieg aus Areva NP, Fehlschlägen in der Medizintechnik und anhaltenden Kosten für die Trennung von der IT-Sparte SIS. Insgesamt summierten sich die Lasten im Quartal vor Steuern auf gut 1,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis fiel deutlich niedriger aus als von Analysten erwartet.

Für das fortgeführte Geschäft bleibt Siemens allerdings bei seiner Prognose : Demnach werde dessen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr 2010/11 exklusive der Areva-Strafe von 680 Millionen Euro auf mindestens 7,5 Milliarden Euro steigen. Der Umsatz werde um die fünf Prozent zulegen. Allerdings äußerte sich Siemens-Chef Peter Löscher skeptischer über die Zukunft. Noch brumme vor allem das Geschäft mit Industrieausrüstung und Energietechnik. „Unsere Märkte sind zwar weiter robust, aber die Risiken des weltwirtschaftlichen Umfelds nehmen derzeit eher zu“, sagte der Vorstandschef. Damit zeigte sich Löscher deutlich skeptischer als die großen Rivalen ABB und GE.

Für die Lichttechniktochter Osram werden die Aussichten allerdings vor dem geplanten Börsengang düsterer. Der Gewinn ging wegen höherer Rohstoffkosten und wachsendem Preisdruck um ein Viertel auf 56 Millionen Euro zurück. Der Umsatz sei verglichen mit dem Vorjahr leicht gestiegen, wobei Siemens keine konkreten und vergleichbaren Zahlen für den Börsenkandidaten vorlegte.