BayernLB-Affäre

Die Ermittlungen scheinen ins Leere zu laufen

Andrea Rexer

Angesichts des Milliardenschadens bei der BayernLB-Affäre gibt der Streit mit früheren Vorständen um ein paar hunderttausend Euro ein trauriges Bild ab.

Es ist ein Debakel, wenn das Management einer Bank so glücklos agiert, dass am Ende der Steuerzahler die Rechnung bezahlen muss. Allein mit dem Kauf der österreichischen Hypo Alpe Adria hat die BayernLB rund 3,7 Mrd. Euro in den Sand gesetzt.

Es steht außer Frage, dass in einem solchen Fall rigoros aufgeklärt werden muss, wer dafür die Verantwortung trägt. Ebenso steht außer Frage, dass die Verantwortlichen in einem ordentlichen Verfahren auch zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

Der Anfang der juristischen Aufarbeitung im Fall BayernLB sah vielversprechend aus. Immer wieder gelangten Einzelheiten aus den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen an die Öffentlichkeit. Die erste Fährte war die der privaten Bereicherung: Haben einzelne Manager über die Investorengruppe des Tilo Berlin privat am Deal mitverdient?

Dann kam eine zweite Stoßrichtung ins Spiel: Auf einmal hieß es, dass man möglicherweise den Kaufpreis von den Österreichern zurückfordern könnte, falls mit falschen Zahlen operiert wurde.

Doch um all diese Verdachtsmomente ist es bedenklich still geworden, die Ermittlungen scheinen ins Leere gelaufen zu sein. Als einzige Begründung für die Schadensersatzforderungen ist nur noch der Erfolgsdruck geblieben: Die Banker hätten einfach irgendeine Bank mit Osteuropa-Zugang haben wollen, egal um welchen Preis.

Nicht nur die Wucht der Vorwürfe, auch die Streitsummen sind geschrumpft: Angesichts des Milliardenschadens gibt der Streit mit früheren Vorständen um ein paar hunderttausend Euro ein trauriges Bild ab.