Baumarktkette

Praktiker laufen Kunden und Investoren weg

Die Baumarktkette Praktiker verzeichnete im zweiten Quartal Verluste in Millionenhöhe. Vor allem das Auslandsgeschäft verläuft schlecht.

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Trotz besten Grill- und Gartenwetters ist die krisengeschüttelte Baumarktkette Praktiker zwischen April und Juni tief in die roten Zahlen gerutscht. Das zweite Quartal schloss der Konzern mit einem Verlust von 307,1 Millionen Euro ab – vor einem Jahr war es noch ein Plus von 25,8 Millionen gewesen.

Die Neuausrichtung der deutschen Märkte greife noch nicht, das Auslandsgeschäft laufe schlecht, teilte Praktiker in Kirkel mit. Ein weiterer Grund seien verschiedene Sondereffekte wie Wertberichtigungen, die insgesamt mit rund 270 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Der Umsatz sank im Vergleich zu 2010 um knapp acht Prozent auf 956,6 Millionen Euro. Der scheidende Vorstandsvorsitzende Wolfgang Werner sagte, das Quartal sei enttäuschend verlaufen.

Nach den Kunden bleiben Praktiker nun auch die Anleger fern. Die Aktien der Baumarktkette rutschten um fast acht Prozent auf 2,655 Euro ab und waren damit der größte MDax-Verlierer.

Angesichts der unsicheren Perspektiven ziehen sich Investoren schon seit einigen Wochen zurück, die Titel sind inzwischen so billig wie seit März 2009 nicht mehr. Händler wiesen darauf hin, dass bei weiteren Rückgängen im operativen Geschäft auch die Cash-Positionen kritisch werden können.