Gewinneinbruch

Beiersdorf verkauft weniger Tesa-Klebstoff

Der Konsumgüterhersteller Beiersdorf hat 2009 ein Drittel weniger Gewinn verbucht – und das, obwohl der Kosmetikkonzern weltweit Personal abgebaut hat. Die Tesa-Produkte für die Industrie haben sich deutlich schlechter verkauft. Nun will Beiersdorf auf eine andere Sparte setzen und auf neue Märkte.

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Der Beiersdorf-Konzern hat im Jahr 2009 mit einem Personalabbau auf den Gewinn- und Umsatzeinbruch reagiert. Der Personalbestand fiel auf weltweit rund 20.350 Beschäftigte. Aus dem Geschäftsbericht des Konzerns geht hervor, dass damit rund 1400 Stellen weggefallen sind. Mit Blick auf 2010 äußert sich der Vorstand vorsichtig optimistisch: Sowohl der Kosmetik-Bereich als auch die Klebesparte Tesa sollen 2010 schneller wachsen als der Gesamtmarkt.

Der Beiersdorf-Umsatz sank um 3,7 Prozent auf rund 5,75 (Vorjahr: 5,97) Milliarden Euro. Der operative Gewinn war auf 587 (Vorjahr ohne Sondereffekte 696) Millionen Euro geschrumpft. Dank Einsparungen und verstärkter Werbung hatte Beiersdorf seine Renditeziele aber erreicht. Deutliche Einbußen verzeichnete der Unternehmensbereich Tesa. In der Sparte, deren Industrieklebstoffe in der Wirtschaftskrise weniger gefragt waren, fiel der Umsatz um 12,9 Prozent auf 846 Millionen Euro.

Nach dem Gewinnrückgang will der Konzern die Dividende kürzen. Nach dem Gewinnrückgang des vergangenen Jahres soll die Ausschüttung an die Aktionäre auf 0,70 (Vorjahr: 0,90) Euro je Aktie gesenkt werden. Damit sinkt die Dividende weniger stark als der Überschuss, der im vergangenen Jahr um ein Drittel auf 380 (567) Millionen Euro geschrumpft war. Für 2008 hatte Beiersdorf die Investoren mit einem Zuschlag von 20 Cent an den Erlösen aus dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen beteiligt.

Vorstandschef Thomas-Bernd Quaas bekräftigte den Ausblick, wonach der von der Tchibo-Mutter Maxingvest kontrollierte Konzern im laufenden Jahr organisch stärker wachsen wolle als der Gesamtmarkt. Durch verstärkte Werbung will Beiersdorf den Umsatz von Kosmetikartikeln in China fördern. Daneben seien Brasilien und Russland von besonderer Bedeutung. 2009 wiesen Osteuropa, Deutschland und USA ein Umsatzplus auf, die wichtige Region Westeuropa sei aber hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Quaas bezeichnete die Situation dort als "schwierig".